present perfect ♥ Besserwisserin ♥: heiter bis wolkig


♥ Besserwisserin ♥

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Einträge "heiter bis wolkig":

Freitag, 9. Juni 2006

Serendipity oder die unvergleichliche Schönheit des Morgens

Ein Morgen in Bayern. Vormittag. Eine Seltenheit, wie kann ich mich nur so früh aus dem Bett wagen. Aber was wundert es einen, dass man nicht mehr schlafen kann, wenn das Tier hereingeschleust wird und sich die Katerknutschkugel dann genau auf deinem Gesicht zusammenrollt. Schweinerei. Ich muss zugeben, es ist ein schöner Morgen. *The sun is shining, the weather is sweet, yeah. Make you wanna move your dancing feet now; to the rescue, here I am, want you to know, yall, can you understand?* (Komisch, warum kann ich hier aus dem Stegreif Bob Marley-Texte aufschreiben? Seit wann denn das?) Zumindest ein ungewohnter Anblick für mich, die erst nach der zulässigen Weißwurst-Verzehr-Grenze (12 Uhr, für alle Nicht-Bayern...) aufzustehen pflegt. So habe ich verwundert dem Paketdienst schon um 9 die Tür aufgemacht. Seit wann beehren mich solche Menschen schon zu nachtschlafenden Zeiten? Jetzt sitze ich da, mit den angelieferten Ohrringen, die scheppern, dass ganz nervös wird. Als ob wir das nicht gewohnt wären. Das Tier liegt noch immer zurechtgekugelt vor der angewärmten Bettdecke. Ein schönes Leben, meine lieben Katzen, sollte man nicht unterschätzen.

Gestern habe ich meine neu erworbene Volljährigkeit genutzt und einen hochimportanten Vertrag unterzeichnet. Nun gut, es war nur die Anmeldung bei einer "Video"thek. Aber mit Unterschrift und Datum und Durchschlag. Muss fürs erste reichen. Immer schön kleine Semmeln backen :) Dann wollte ich mir auch heute Nacht um 2 meinen ersten Film ausleihen, befürchtete aber wegen der einschläfernden Wirkung, die selbst gute Filme auf mich haben, meine Rückgabefrist zu verpassen und flüchtete mich in meine drei Zeitschriften, die ich erst heute morgen zusammen mit meinem Frühstück zu Ende bringen konnte.

Was frühstückt frau in den Ferien, nachdem sie sich in einem akuten Ekligkeitsgefühl mal wieder die Zähne geputzt hat? Zwei Duploriegel. Mit Fußballbildchen, versteht sich. Langsam habe ich einen Spieler von jeder Position, die von heute Morgen: Oliver Neuville im Sturm (den kenn ich sogar noch von der letzten WM [eingetragenes Warenzeichen, ja ja] und Per Mertesacker in der Abwehr. Aha, sagt mir mal so gar nix. Aber das wird sich heute Abend im ERÖFFNUNGSSPIEL ändern). Ist schon komisch, wochenlang vor solchen Großereignissen fange ich an, sie zu hassen, bis mich dann zwei Tage vorher der Wahn packt und ich plötzlich die Mittelfeldspieler der englischen Mannschaft namentlich nennen kann. Ja, steinigt mich, ich bin England-Fan. Aus Überzeugung, ihr werdet euch schon noch umschauen, ihr Deutschländer :) Das geht dann so weit, dass ich mir nachts um 3 den Klingelton Three Lions von den Lightning Seeds downloade. Und mit dem Gedanken spiele, mir ein England-Trikot zuzulegen. Wovon ich allerdings eher wieder abgekommen bin, da das in den nächsten Wochen unter Umständen lebensgefährlich sein könnte.

Ich habe mich sogar für eine kostengünstige Feriengestaltung begeistern können: München neu entdecken. Die Pinakotheken und das Lenbachhaus heimsuchen, nach Jahren endlich wieder in den Englischen Garten, in die Isarauen. Vielleicht nehme ich mein Rad im Zug mit. Das Münchner Kindl muss zurück in seine Heimat. Ich schäme mich ja schon fast. Und sowas wie ich ist da geboren und hat die Großstadtluft quasi mit der Muttermilch eingesogen... Ach ja, Tollwood und das Münchner Sommertheater wären auch eine feine Sache. Southside kann ich ja eh vergessen.

Da ich mich ja seit zwei Tagen wieder unter den Lesenden befinde, hier ein Zitat über die Kunst, ein Interview, ein Erlebnis des, Verzeihung, krassesten Autors, der mir seit langem unter die Finger gekommen ist. Dann darf ich ja auch sagen, dass mich Thomas Kapielski ankotzt, aus naheliegendem Grund, wenn man seine Art kennt. Mehr noch aber gewisse andere "Künstler": "Ich kannte einen Maurer, der ein wunderbarer Naturperformer war. Dem schlugen wir vor, er solle mal eine Aktion in so einem Kunstverein machen. Er hat dann für alle Nudeln mit Tomatensoße serviert. Während man speiste, brüllte er: 'Kunst heißt, etwas von sich geben, und deshalb habe ich in die Tomatensoße gewichst.' Wir wussten alle nicht: Jubeln oder Kotzen? Oder Kunst?" Andererseits... Wenn der Mann nicht allzu krank aussieht, würde ich einfach weiteressen. Als Verachtung seiner "Kunst". Denn die soll er erst mal selbst verdauen, nicht nur im übertragenen Sinne.

Post ist da. Aus Venedig. Ja der Süden... Eigentlich ist es doch deprimierend, wenn die Sonne scheint. Dann hat man doch ein schlechtes Gewissen, wenn man drinnen ist. Noch mehr als sonst. Aber was war gleich wieder geplant? Ach ja: Filme... Garden State? Brothers Grimm? Der Duft von Lavendel? Ich werde schon was finden, aber frühestens um neun. Vormittags schon DVDs schauen ist wirklich mal dekadent.

Aber was lese ich da gestern in meiner hoch geschätzten Zeitung? Ein wunderschöner Artikel, über Glück, über Dinge, die wir wirklich zum Leben brauchen. Man muss den Mut zur Exzentrik haben, sich eine zugbrücke im Wohnzimmer bauen, seine Spleens ausleben. Weil einen der Perfektionsdrang und vor allem die Anpassung in die Depression treibt. Exzentriker sind mitunter die glücklichsten Menschen. Und das macht mich glücklich, da fühlt man sich als Freak doch gleich wieder gut, wenn man dabei glücklich sein darf. "Hoffnung macht, dass viele Menschen langsam wieder den Mut haben, Fehler zu machen und aus ihnen zu lernen. Männer erkennen wieder, dass man es den Frauen nicht recht machen kann, wenn man ständig versucht, es ihnen recht zu machen. Frauen sehnen sich immer stärker nach einer Abkehr von überzogenen Perfektionszwängen oder Schönheitsidealen. Die Fehler, die wir nicht peinlich kaschieren, sondern mutig kultivieren, stiften nicht nur Individualität, sondern auch Gemeinschaft. Denn die Perfektion macht einsam, nicht die Fehler. Unsere Schwächen verwandeln uns in nahbare Menschen, weil sie unserem Gegenüber das Gefühl geben, von uns gebraucht zu werden." und "Eine Lebensvision?" Acht von zehn Partygästen reagieren erst erstaunt, versuchen dann auszuloten, wie ernst die Frage gemeint ist, schließlich folgt betretenes Schweigen. Falls der Abend bis dahin gut lief, ist die Stimmung jetzt im Eimer. Zugegeben, die Frage ist heikel. Zum einen ist sie nervtötend allgemein: Prompt möchte man nachhaken, um was genau es denn eigentlich geht - um das nächste Karriereziel, einen persönlichen Traum, ein gesellschaftliches Ideal? Zum anderen, und das wiegt schwerer, ist die Frage nach den eigenen Visionen unverschämt dreist, denn sie dringt schnurstracks vor in die intimsten Kammern unserer Seele: Wer uns seine wahren Lebensträume, Hoffnungen und Ideale verrät, gibt preis, was ihn im Leben hält und vorantreibt. Nackiger kann man sich nicht machen." Außerdem ist das Glück eine Hure, so meine eigene Erkenntnis. Bleibt nie lange und hinterlässt eine Lücke. Ich habe mich durch den Artikel gelesen, was bleibt: wer mehr erreicht hat, will auch immer mehr. Für den wird es immer schwerer, glücklich zu werden. Und das Glück bleibt auch nur kurz, nach ein paar Tagen oder Wochen stellt sich das normale Glücksniveau wieder ein. Zudem sollte man sich nicht an Materielles binden, was aber immer schwerer wird. Ein wahnsinnig unglücklicher Mann hat einmal sinngemäß gesagt, das einzige Glück dieser Erde sei die Liebe, nur jeder versucht, sie anders zu erreichen, die einen durch Offenheit, die anderen durch Erfolg, die Glücksstrategie führt dich zu Liebe. In dem Zusammenhang habe ich mich auf Testniveau heruntergeschraubt. Welches Leben passt zu mir?

Das starke Leben

 

Das Leben, dass zu Ihnen passt, stellt eine lustvolle Herausforderung dar. Es bietet Ihnen reichlich Gelegenheit zu zeigen, was Sie können, und die Früchte Ihrer Anstrengung zu ernten. Erkennen Sie sich?

Auch wenn Sie es vielleicht mit Charme und Herzlichkeit verpacken: Sie sind eine Kämpferin. Sätze wie "Ein Nein akzeptiere ich nicht" oder "Jetzt erst recht!" könnten Ihr Motto sein. Tatsächlich laufen Sie bei Schwierigkeiten zur Höchstform auf. Ihre Umgebung weiß das durchaus zu schätzen und schiebt Sie gern vor, um die Kastanien aus dem Feuer zu holen.

Ausgeprägt ist auch Ihr Organisationstalent. Das stellen Sie immer wieder unter Beweis, sei es nun beim Kindergeburtstag oder bei der Projektplanung im Job. Ihre Aktivität kommt nicht von ungefähr. Sie müssen ständig etwas zu tun haben, sonst haben Sie schnell das Gefühl, Ihre Zeit zu verschwenden. Dabei erledigen Sie gern

mehrere Dinge gleichzeitig.

Konkurrenz beflügelt Sie, nicht nur im Job. Sie gibt Ihnen den Kick, mal wieder zu beweisen, was in Ihnen steckt.

Das passt zu Ihnen: Suchen Sie Herausforderungen. Bei Herausforderungen fühlen Sie sich in Ihrem Element. Das Leben bietet davon zwar genug, doch angenehmer ist es, wenn Sie sich Ihre Abenteuer selbst aussuchen.

Die müssen durchaus nicht gefährlich sein. Schon ein Tennismatch kann Ihnen den nötigen Adrenalin-Stoß geben.  Setzen Sie sich Ziele. Niemand nimmt es mit Ihnen auf? Macht nichts. Ihr bester Sparring-Partner sind Sie selbst. Es kann auch eine große Befriedigung bedeuten, sich selbst zu überwinden, ob Sie nun mit dem Rauchen aufhören oder fließend Spanisch sprechen möchten. Teilen Sie Ihr Ziel in Teilschritte auf, damit Sie den Erfolg auch frühzeitig sehen. Das motiviert Sie. Meiden Sie Schlaffis. Bei Ihrer Power ziehen Sie leicht passive Menschen an. Im Privatleben ist das möglicherweise eine Freundin, die sich stundenlang bei Ihnen ausheult, aber nichts ändert. Im Job packt Ihnen die Kollegin alles auf den Schreibtisch, was sie selbst nicht schafft. Spielen Sie nicht geschmeichelt die Retterin. Suchen Sie sich lieber Menschen, die Ihnen ähnlich sind. Sehen Sie die nicht unbedingt als Konkurrenz, sondern als Verbündete. Zeigen Sie auch Ihre weiche Seite. Okay, Sie sind stark. Aber nicht nur und nicht immer. Haben Sie keine Angst davor, ab und zu die Kontrolle abzugeben. Ihnen bricht auch kein Zacken aus der Krone, wenn Sie mal um Hilfe bitten. Und vor allem: Gönnen Sie sich Entspannung. Das Leben ist nicht nur Kampf!

Und aus gegebenem Unterstützungsbedürfnis: "Je länger man eine Sache durchdenkt, desto mehr verliert sie ihren Schrecken."

In diesem Sinne, einen wunderschönen Tag, und hütet euch vor der statistischen erhöhten Häufigkeit von Herzanfällen heute Abend beim Fußball. Ich bereite euch schon mal mental darauf vor: Deutschland VERSAGT.

 

 

Currently playing: Aaliyah - More Than A Woman (die Dame habe ich gestern wieder neu für mich entde
Current mood: Erstaunlich gut. Obwohl nur 4 Stunden geschlafen.
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