Einträge "Oktober 2005":

Montag, 31. Oktober 2005

gottloses hessen

die aussicht, heute abend keine wilde halloweenparty zu feiern und dafür morgen durch eine schlafende stadt zu kriechen, dabei womöglich über restliche besoffene feiernde zu stolpern oder in ausgespeihtes zu treten, um dann in einer stadt anzukommen, die keine ahnung hat, dass eigentlich ein hoher feiertag ist, stimmt mich nicht gerade froh. wo bleibt denn da die gerechtigkeit? kann ich etwa was dafür, dass ich in bawü keinen job finde? ist es nicht eh schon gemein genug, jeden tag 180 km zurückzulegen, um arbeiten zu dürfen? muss einem da auch noch einer der eh schon  spärlichen feiertage genommen werden? einzig die tatsache, dass hundII es mir eh nicht gestatten würde, ihn zugunsten einer feuchtfröhlichen sause daheim zurück zu lassen, beruhigt mich ein wenig. wir werden uns einen gemütlichen abend machen, greta schlochs hymne von der flasche bier auf endlosschleife hören und uns genüsslich vorstellen, wie der irische seuchenträger bemüht ist, seine krätze durch den irish pub zu verteilen. da gibt es heute bestimmt eine menge opfer. muss vermutlich fast dankbar sein, dass ich besseres (mhm) zu tun habe. dann mal happy halloween.

 

 

mit mir nicht

so, der irische seuchenträger hat sich gemeldet. freitag nacht (!) zwei anrufe, samstag nacht zwei smsn (in beiden erkundigte er sich nach meinem befinden - wir erinnern uns: die letzten zwei wochen war ihm das auch egal). klarer fall von akutem sexuellen notstand im suff. habe natürlich erst mal nicht geantwortet, dann aber nach beratschlagung mit käthe gestern abend eine würdevolle und in äusserter britischer höflichkeit gehaltene nachricht geschickt, dass er mich doch bitte von seinem verteiler nehmen möchte, da ich mir für solche aktionen zu schade sei. geantwortet hat er wie erwartet nicht darauf. aber ist mir auch schnuppe (naja, ich arbeite dran), von solchen pfeifen kann ich ja schon ein ganzes buch schreiben, da brauche ich wirklich kein weiteres fallbeispiel. das thema irischer mann ist somit abgehakt und ich bleibe weiter die verkorkste, einsame, aber dafür unabhängige frau von k.  und werde mich hüten, so schnell noch mal einen kerl auch nur kennenzulernen. muss mir fast selbst auf die schulter klopfen, dass ich dieses mal so schnell den riegel vorgeschoben habe. leid tun mir nur die nächsten opfer, die sich womöglich ahnungslos mit der irischen sackseuche verpesten.

Donnerstag, 27. Oktober 2005

falling down

mal wieder sehr gereizt. der nächste, der kreischt "oh, wie süss", dem polier ich die fresse. gehe jetzt wohl besser nach hause, bevor noch blut fliesst. nur dumm, dass mein heimweg nicht durch einsames ödland führt sondern durch zwei grossstädte. ich sehe das unglück schon nahen...sollten sie in den nachrichten von einem amoklauf hören, dann war das wohl ich.

hicks

hundII neigt wie schon sein vorgänger in jungen jahren (gott hab ihn selig) zu schluckauf. wenn man ihn dann erschreckt, ist der schluckauf weg. klasse, dass das tatsächlich funktioniert (bei mir hat es das nie). wussten sie übrigens, dass schon mal jemand an schluckauf gestorben ist? war irgendein papst pius, keine ahnung der wievielte. und neulich habe ich im fernsehen etwas gesehen von einem typen, der hatte dauerschluckauf. der musste dann so ein selbstgebasteltes korsettartiges ding anziehen, dann war alles ok. sobald er das auszog, hickste er wie ein blöder. war sehr lustig anzusehen, aber irgendwie auch ganz schön bitter. mein gott, ich bin mal wieder sehr dankbar, dass ich von solchen sachen verschont wurde und nur eingebildete zipperlein habe.

As founts of knowledge, books are considered sacred in India. It's believed that Saraswati, the goddess of learning and wisdom, resides in them. If, unintentionally, my foot touched a book, I'd pick it up and hold it against my forehead as a sign of respect.

Years later, I came to the US to attend graduate school. Ready for my very first class, I noticed a student walk into the classroom, flop down in a chair, drop his backpack on the floor, and prop his feet on it. I wanted to run over, yank the bag from under his feet, and scream, "What do you have in there? Lumps of coal? Don't you know you're not supposed to put books under your feet?"

Well, I didn't do that, but those 50 minutes in class felt too long. Many years later, as an author myself, and well aware of the countless hours that go into making a book, my respect for them has only increased.

So today I'm delighted to announce the release of my second book:

Another Word A Day : An All-New Romp through Some of the Most Unusual

and Intriguing Words in English

Publisher: John Wiley & Sons

ISBN: 0471718459

A limited gift edition of the book is available exclusively at Amazon. The first pi x 100 (314) readers to buy it can request a personalized inscription:

http://amazon.com/o/asin/0471778788/ws00-20

The paperback version is available wherever books can be found. Please ask for it in your local bookstore, nearest library, or online at:

http://amazon.com/o/asin/0471718459/ws00-20

I hope you'll take part in a unique virtual booksigning next week.

Come chat with the author and have your copy of the book signed on Nov 1:

http://wordsmith.org/virtual

I hope you'll enjoy the book and that you'll let me know what you think of it.

von: frauvonk in: fundbüro

Mittwoch, 26. Oktober 2005

spieglein an der wand

ist es eigentlich schon mal jemandem aufgefallen, dass manche spiegel einen ganz schön scheisse aussehen lassen? der spiegel bei uns im büro-bad ist so einer. da kann man sich noch so gut fühlen, bei einem blick in diesen spiegel ist das ego am boden. falten, die man noch nie bemerkt hat, springen einem als furchen entgegen. kaum vorhandene pickelchen mutieren zu beulen und augenringe hat man auch immer. habe eben eine empirische erhebung unter den weiblichen kollegen vorgenommen, und diese habe mir bestätigt, dass der spiegel einen hässlich macht. sowas gehört echt verboten, spiegel sollten einen prinzipiell besser aussehend machen (so einen habe ich zu hause, irgendwie muss man sich ja bei laune halten). vermutlich ist das wieder so ein mobbing-trick der inselaffen.

miss purple

bin sehr glücklich. habe gerade im assozialsten schleckermarkt frankfurts drei packungen meiner heissgeliebten gerade-so-lila-dass-man-in-der-bank-nicht-rausfliegt-haarfarbe ergattert, die ich sonst nirgends mehr gefunden habe. vermutlich wurde sie aus dem programm genommen, weil sie ausser mir niemand gekauft hat. war zwischenzeitlich schon genötigt, auf ein ziemlich lasches langweiler-aubergine zurückzugreifen. fast hätte ich schon eine farbe mit dem namen istanbul violett gekauft, die sah auf der packung ähnlich aus. habe mich dann aber entschlossen, dass eine haarfarbe mit so nem scheissnamen wohl nur was für unterm kopftuch ist. jetzt sind die nächsten monate erstmal gerettet. werde vorsorglich einen bittbrief an den hersteller schreiben oder sonst wieder blond werden.

pfeife

der irische sack hat sich nicht mehr gemeldet. frechheit. ein glück hab ich ihn nicht rangelassen, sonst würde ich mich ja jetzt schon ärgern. aber so soll's mir recht sein, bringt mich zwar um meine ausgefeilte ansprache, aber dafür besteht auch keine gefahr, wieder weichgeklopft zu werden. vermutlich hätte die ansprache eh ein wenig gelitten durch die tatsache, dass ich sie in englisch halten müsste. bin zwar der englischen sprache recht mächtig, aber pflege gewöhnlich über andere themen als geschlechtskrankheiten zu sprechen und auch mein repertoire an englischen schimpfwörtern kann bei weitem nicht mit meinem deutschen wortschatz mithalten. also werde ich jetzt in würde schweigen (bleibt mir auch nichts anderes übrig, seine nummer habe ich ja gelöscht) und hoffen, dass der seuchenträger nicht doch noch irgendwann anruft. jaja, ich weiss, er wird sich melden, spätetestens wenn der pimmel juckt und er den rest seiner kartei schon durchtelefoniert hat. aber das kennen wir ja schon von anderen fällen, bewährt hat sich da die methode, so zu tun als kenne man den anrufer gar nicht. eigentlich noch viel besser als sich zu beleidigungen - wenn auch auf möglichst hohem niveau - hinreissen zulassen. ja, so soll es sein. manch einer ist es nicht mal wert, dass man überhaupt das wort an ihn richtet.

Dienstag, 25. Oktober 2005

was ist bloss aus mir geworden

werde echt langsam zum spiesser. gerade habe ich hundII für die hundesteuer angemeldet. der hund (gott hab ihn selig) war sein ganzes leben lang steuerflüchtling und das ist nie aufgefallen. hatte ihm in jungen jahren eine falsche marke besorgt (bei nem anderen, vorm supermarkt angebundenen hund diskret abgemacht), und nachdem der opa diese samt leine verloren hatte, gabs einen silberling als anhänger, das sah wenigstens von weitem ein bissl nach steuermarke aus. aber auch ich werde älter (=vernünftiger, manchmal wenigstens) und denke, man sollte sein glück vielleicht nicht überstrapazieren. und so habe ich schweren herzens beschlossen, diese unverschämteste aller steuern zu zahlen. als bekäme der staat nicht schon genug von mir. und auf die strasse kacken darf hundII trotzdem nicht. scheiss abzockerstaat. warum muss man für ne katze eigentlich keine steuer zahlen? und wie das wohl beim nasenbär ist?

saftladen

der neueste hit im büro ist eine saftpresse. haben wir vom vermieter bekommen, nebst einer riesigen kiste voller apfelsinen. bis februar wird jetzt jeden montag eine neue kiste apfelsinen geliefert. toll ist das. obwohl man dazu auch sagen muss, dass dies kein akt der nächstenliebe ist sondern wohl eher ein versuch der immobilienfirma, die letzten mieter in ihren überteuerten büroflächen zu halten. aber mir soll's recht sein, so ein gläschen frischer o-saft ist ja schon was feines. und wie prima man die zeit totschlagen kann, indem man saft für sämtliche kollegen presst. jetzt ist der saftladen ein echter solcher geworden. und ich bekomme hoffentlich keine erkältung vor lauter vitamin c.

Montag, 24. Oktober 2005

keine tiernamen, bitte

inspiriert von frau recens möchte ich mich heute mal über tiernamen als kosenamen auslassen. ich halte davon ja gar nicht viel, auch wenn diese sitte wohl recht weit verbreitet ist. mit grausen muss ich an meine traumatische kindheit denken, mein vater nannte mich immer maus (ratte wäre wohl treffender). so mit abstand betrachtet war das ja bestimmt sehr nett gemeint, ich habe das allerdings gehasst wie die pest, besonders wenn zeugen anwesend waren. was mein vater anscheinend sehr lustig fand, denn er hat dann immer extra laut gerufen. vermutlich habe ich dadurch einen knacks bekommen und mir solche kosenamen im erwachsenenalter energisch verbeten. der ossi nennt mich ja gerne maus (er weiss nichts von meinem trauma) und ich könnte da echt kotzen. naja, er ist halt nicht der hellste, und überhaupt sehe ich ja nicht sehr oft, von daher sei es ihm nachgesehen. aber meinen verflossenen habe ich es immer unter androhung von sanktionen untersagt, mir tiernamen zu geben. so was schleicht sich nämlich ruckzuck ein, und aus einem als witz gemeintem tiernamen wird dann der erste vorname. auch an solche episoden kann ich mich erinnern, ich nannte mal einen verflossenen scherzhaft hase (mal im ernst, ein mann, den man hase nennt, der kann doch nix sein, oder?)  - und es dauerte nicht lange, da wusste ich kaum noch den wahren namen vom hasen. ertappte mich sogar dabei, im streit in bösem ton noch hase zu sagen. nein, nein und nochmals nein, ich bin gegen tierkosenamen und eigentlich überhaupt gegen kosenamen.

müde

bin geschafft. hundII kann einen ganz schön auf trab halten. ausschlafen ist da nicht mehr drin, spätestens nach fünf stunden wird das monster munter und sieht dann auch so gar nicht ein, dass der chef gerne noch weiter schlafen würde. so hatte ich das fragwürdige vergnügen, am wochenende schon um halb sechs morgens in tiefster dunkelheit den park unsicher zu machen. schlimm ist auch, dass man ständig genötigt ist, mit fremden menschen zu sprechen. schliesslich muss hundII sozialisiert werden und braucht daher so viel kontakt wie möglich zu anderen hunden. und ich darf dann derweil mit den herrchens und frauchens plaudern (eine merkwürdige gattung, diese hundeclique im park, ich könnte gut und gerne auf diese kontakte verzichten, aber egal). was tut man nicht alles. habe immerhin eine sehr gesunde gesichtsfarbe von der vielen frischen luft. wenn ich bloss nicht so müde wäre...aber natürlich bin ich trotzdem froh, dass ich hundII habe. nur dass er mir schon dreimal aufs sofa (genau auf meinen platz dort) gepinkelt hat, nehme ich ihm ein wenig übel.

Donnerstag, 20. Oktober 2005

beim rauchen

rauchen ist ja irgendwie schon kommunikativ. besonders, wenn man sein bürogefängnis dafür erstmal verlassen und  neun stockwerke aufzug fahren muss, um dann vor dem gebäude das gift in gesellschaft anderer abhängiger einzusaugen. so kennt man zumindest alle raucher der ansässigen firmen (und wenn man so ein bunter hund unter den anzügen ist wie ich auch noch ne menge nichtrauchender). heute kam das gespräch auf haustiere (inspiriert durch hundII, den ja nun schon die halbe frankfurter investmentbranche kennt) und so wurde ich gefragt, ob ich wüsste, wo man einen nasenbär bekommt. weiss ich nicht. ich wusste nicht mal, dass man sowas als haustier halten kann. aber ich habe mir dann sagen lassen, dass so ein nasenbär der bessere hund wäre. der nasenbär geht angeblich auch an der leine, habe aber den vorteil, dass er auch ein katzenklo benutzen könne. bin mir nicht sicher, ob der fragende mich verarschen wollte. mal vom katzenklo abgesehen kann ich an so einem nasenbär keine wirklichen vorteile im gegensatz zum hund erkennen. glaub auch nicht, dass der nasenbär so kuschelig weich ist, irgendwie sieht der eher borstig aus http://www.kindernetz.de/oli/tierlexikon/index.php?tid=54&reiter=steckbrief da kann man ja gleich ein minischwein nehmen.

irisch-deutsche freundschaft ade

so, ich habe mir das mit dem iren noch mal in ruhe durch den kopf gehen lassen. klar, ich finde ihn toll, aber noch nicht so toll, dass ich völlig kopflos bin. und wenn ich so drüber nachdenke, macht die geschichte keinen sinn, oder würden sie sich mit jemandem einlassen, der geschlechtskrankheiten mit sich rumträgt und ominöserweise ständig untertaucht? was hat man denn von so jemandem? nichts ausser ärger, würde ich sagen. kuscheln kann ich schliesslich auch mit meinem hund, der mir wesentlich keimfreier und auch ehrlicher erscheint und eigentlich auch viel süsser ist. und so bin ich zu dem schluss gekommen, dass ich dem iren, wenn er sich das nächste mal meldet, freundlich und bestimmt sagen werde, dass ich untröstlich bin, aber nun mal keinen weiteren hurensohn in meinem leben gebrauchen kann, und er seine verseuchten pimmel lieber anderswo reinstecken soll. ich denke, nach dieser ansprache dürfte sich das thema erledigt haben. behaupte ich jetzt mal ganz optimistisch. werde mir die nächsten tage eingehend vor augen halten, dass ein kartoffelnasiger, guinnesbäuchiger möchtegerncasanova mit ansteckenden pickeln auf dem schwanz nichts anderes verdient als von frau von k verschmäht zu werden. jawoll.

schreck am morgen

hundII hat heute den zweiten opa-tag. und wie beim ersten versuch hat er auch heute erstmal sehr gefremdelt. was nicht  unbedingt besser wird durch opas huschige und übervorsichtige art. hatte den beiden noch besorgt hinterher geblickt und war dann gerade beim zähneputzen, als der notruf kam. ein verzweifelter opi, der mir mitteilte, ich müsse sofort kommen, hundII sei ihm abgehauen, sitze unter einem auto und wolle da nicht mehr rauskommen. mit schaum vorm mund bin ich losgestürmt und sah schon von weitem, wie opa mitten auf der strasse kauerte und unter ein auto guckte (vermutlich wäre als erstes er überfahren worden). natürlich kam hundII auf mein rufen gleich raus. angeschnallt musste er dann doch mit dem opa mitgehen, da gab es kein erbarmen. mittlerweile sind die beiden heil zu hause angekommen und die gemüter haben sich wieder beruhigt. es ehrt mich ja, dass hundII so an mir hängt, aber wenn er so weiter macht, verscherzt er es sich mit dem opa, und dann haben wir mal ein problem. naja, wach waren wir immerhin alle nach diesem adrenalinstoss. und ich bin sicher, dass hundII nach diversen bestechungswürstchen einsehen wird, dass es schlimmeres gibt, als ab und an mal einen tag beim opi zu logieren.

Mittwoch, 19. Oktober 2005

scheisstag?

nein, ich bin heute nicht gut drauf. nicht einmal wirklich beschwingt von der letzten nacht. vielmehr ärgere ich mich, dass ich schon wieder so nem sack auf den leim gegangen bin. hat man nicht genug ärger im leben, auch ohne so nen kerl? habe jetzt ca. ne woche zeit, mir die geschichte gehirnwaschenderweise aus dem kopf zu schlagen, denn solange ist der herr nicht verfügbar (keine ahnung, was er macht, er sagte nur, er sei weg und melde sich nächste woche. oh wie ich es hasse, wenn männer sagen, sie melden sich. hört sich in meinen ohren immer so an, als dürfe man selbst dann auf keinen fall anrufen, und müsse gar dankbar sein, wenn sie es dann tatsächlich tun). als erste amtshandlung gleich mal seine nummer gelöscht (bringt nicht viel, er hat ja meine). nur gut, dass es hundII gibt, der mir immer öfter voller enthusiasmus seine liebe zeigt, mich nicht bescheisst und bei dem ich mir höchstens flöhe holen könnte. ja, das ist wahre liebe. gerade liegt hundII unter meinem schreibtisch und pennt (gibt es einen beruhigenderen anblick?). während ich mit dem drucker kämpfe, der mal wieder nichts anderes machen will als testseiten zu drucken. dieses ding macht mich eines tages noch wahnsinnig, frage mich, wo eigentlich der ersatz bleibt, den ich vor wochen bestellt habe. fuck angelsachsen, sag ich nur. ansonsten fühle ich mich ein wenig einsam, da frau angie sich tatsächlich krank gemeldet hat. und vor allem bin ich müde, war ja ne kurze nacht. hoffentlich ist bald fünf uhr. seufz. werde die restlichen stunden bis dahin überdenken, ob ich vielleicht doch ins kloster gehen sollte oder endlich lesbisch werde.

unverbesserlich

und schon haben wir den salat. bin natürlich dem iren völlig verfallen, war sehr ein netter abend gestern. allerdings habe ich nach wie vor das gefühl, dass da was extrem faul ist. ihn zum arzt zu schicken war ein volltreffer. hatte ihm ja nach dem ersten griff an sein bestes stück gleich die lügenbaronseuche diagnostiziert, und was soll ich sagen - ich hatte recht (schliesslich musste ich mich ein halbes jahr selbst mit diesem scheiss auseinandersetzen und das war wahrlich prägend  wenn nicht gar traumatisierend). natürlich bin ich jetzt überhaupt nicht erpicht darauf, ihm allzu nah zu kommen, und er musste sich wohl oder übel fügen, hat er schweren herzens auch gemacht, und so haben wir uns aufs küssen und arminarmschlafen beschränkt. besser ist das. wo er sich die dinger geholt hat, möchte ich lieber gar nicht wissen. warum ich ihn trotzdem toll finde, liegt dagegen auf der hand: ein neue chance, sich richtig schön unglücklich zu verlieben lasse ich ja selten aus. wäre es nur die seuche, könnte man ja noch hoffen, das geht bei entsprechender behandlung irgendwann wieder weg. allerdings bin ich nach wie vor überzeugt, dass da noch mehr im busch ist, sprich ich nicht die einzige frau bei ihm bin. kenne ja spätestens seit dem lügenbaron sämtliche ausreden, und auch der ire hat für meinen geschmack zu viele davon. ausserdem hat er immer nur zu sehr merkwürdigen zeiten zeit, oft dann plötzlich doch gar keine zeit  und muss morgens immer ganz schnell weg. sehr verdächtig, wenn sie mich fragen. oder bin ich nur neurotisch, traumatisiert und verkorkst? (dachte ich allerdings beim lügenbaron auch, und dann stellte sich raus, dass mein ungutes gefühl sehr wohl ins schwarze getroffen hat.) nun ja, ich werde mal auf eine besichtigung seiner wohnung hinarbeiten, mal sehen, ob er sich da auch rausredet. nebenbei sei noch bemerkt, dass er gestern irgendwas murmelte von wegen i love you. ich hab da mal nix zu gesagt. liebt der englischsprechende nicht alles und meint das eher so wie wir, wenn wir sagen, ich mag dich? ich nehme das mal an, denn liebeserklärungen sind in unserem stadium des kennenlernes wohl eher unangebracht. oh mann, war das leben friedlich ohne mann....

Dienstag, 18. Oktober 2005

frau angies kommentar zur lage im büro

es geht mal wieder drunter und drüber, und wir sind schon ganz zerrupft von all dem chaos mit den inselaffen. ausserdem beide schwer erkältet. eben meinte frau angie mit fiebrigem blick und brüchiger stimme: "ich will hier raus, ich will ins irrenhaus, ich muss mich mal wieder richtig erholen." sehr bedenklich, aber es trifft die derzeitige lage hier ganz gut.

Montag, 17. Oktober 2005

strategische kriegsführung

ja, es war gut, wieder auf den hund zu kommen. bin zwar fix und alle, weil das monster ständig beobachtet werden muss und natürlich zu allen möglichen und unmöglichen zeiten raus muss, aber so komme ich wenigstens nicht auf dumme gedanken, ja ich komme nicht mal mehr zum saufen, einer muss schliesslich den überblick behalten. alles dreht sich nur noch um dieses kleine fellversatzstück, ich hatte wohl verdrängt, wie arbeitsintensiv die ersten wochen sind und wieviel unsinn im kopf eines kleinen hundes steckt. im bett bin ich jetzt auch nicht mehr allein, auch wenn hundII noch nicht viel platz beansprucht, so klebt er mir doch hartnäckig auf der pelle. als äussert lästig haben sich allerdings die hysterischen ausbrüche der umwelt erwiesen. ohhh gott, ist der süss...ich kanns nicht mehr hören und bin auch wildentschlossen, dem nächsten, der hundII ungefragt angrabbelt, eins reinzuhauen. sogar nachts nerven die leute. sehen die denn nicht, dass ich schlaftrunken, völlig verstört, da aus dem tiefschlaf hochgeschnellt, und in wüstem aufzug (trage jetzt prophylaktisch im bett die volle montur, denn wenn hundII aufwacht, muss es schnell gehen) nur kurz hundII pinkeln lassen will und nicht geneigt bin, zu dieser späten stunde und in dämmerigen zustand detaillierte auskünfte über sein alter, seine rasse etc. zu geben?! auch hundII scheint schon genervt zu sein, stolz beobachte ich, wie er sich konsequent weigert, fremde leute zu beachten. wird noch ganz die mutti werden...

mhm..

nachdem ich den iren sozusagen schon abgeschrieben hatte (er hatte auf meine letzte sms nicht geantwortet. tzz) und mich vollstens der hundeliebe verschrieben habe (ja, dank hundII habe ich ihn weder vermisst noch versucht, ihn erneut zu kontaktieren), meldete der sack sich heute morgen. hat sein handy (angeblich) auf der insel vergessen und es kam erst heute an. ob ich das glauben soll, weiss ich ja nicht wirklich. naja, hab mich trotzdem mal mit ihm zum essen verabredet für morgen. wer weiss, wann ich den nächsten passablen iren kennenlerne, vermutlich erst nach der menopause...und überhaupt, irgendwie fand ich den ja schon gut...hoffe nur, er ist nicht auch verheiratet oder hat sonst ne fiese leiche im keller....bin da ja schon ziemlich traumatisiert, nach der letzten erfahrung, wie ich bei dieser handygeschichte gerade feststellen musste. in meinem leben vor dem lügenbaron hätte ich nicht eine minute an der wahrheit der handy-geschichte gezweifelt.

Mittwoch, 12. Oktober 2005

message for the gute fee

tag zehn nach dem tragischen ableben des hundes bin ich wieder hundemutti (schon jetzt höre ich förmlich die aufschreie sämtlicher menschen, die mich kennen). natürlich habe ich den überteuerten welpen ohne mit der wimper zu zucken eingesackt. muss dem opa irgendwas auftischen von wegen armer hund von der müllkippe oder so. denn jetzt haben wir erstmal richtig arbeit, und von welpe war ja nicht wirklich die rede (seine freundin ist bei dem erwähnen dieser option vor begeisterung in ohnmacht gefallen, er nicht ganz). das arme wesen ist momentan leicht verstört ob der dramatischen veränderungen in seinem leben, aber wird vermutlich bald zum absoluten hyperaktiven quälgeist mutieren. und muss vor allem erstmal lernen, was stubenrein heisst. laut „züchterin“ (haha, ist ja nur ein halber jack russel, einer für arme sozusagen) kann das ja in zwei wochen über die bühne sein, aber meine erfahrungen sagen da leider was ganz anderes (es sei gelobt der parkettboden, alles wisch und weg), und das, obwohl ich nun weiss gott konsequent in der hundeerziehung bin,besonders bei solch rudimentären fragen.

aber was soll’s, erste entzückungserscheinungen meinerseits ob der hilflosen und doch einnehmenden art meines neuen lebensinhalts machen sich bemerkbar. fast ist es, als erlebte ich die anfänge des vielthematisierten, nun hoffentlich in frieden ruhendes hundes wieder.

vermutlich halten sie mich mittlerweile (wenn nicht schon zuvor) für ein eiskaltes wesen, dass nach grossem gezeter und wehgeschrei ruckzuck einfach einen ersatzhund besorgt (konsum lähmt schliesslich den geist!). nun, die erfahrung zeigte, dass dies für mich die beste art ist, den tod eines tieres zu überwinden (bei männern funktioniert das leider nicht  so pragmatisch, obwohl männer und hunde durchaus gemeinsamkeiten zu scheinen haben, aber das ist ein anderes thema, über das ich mich bei anderer gelegenheit auslassen werde).

jetzt sind wir uns erstmal ein wenig fremd, der neue hund und ich. aber sich kümmern zu müssen, ist eine heilsame sache. auch der verblichene hund war seinerzeit ersatzmodell und auch fremd, und dann wurde es eine wunderbare, funktionierende beziehung. glauben sie also bloss nicht, dass der hund, der alte, in vergessenheit geraten ist, nein, vielmehr habe ich fast den glauben, er sähe uns zu, ärgere sich insgeheim ein wenig (verwöhntes einzelkind), weil er dieses monopol nicht mehr einnehmen kann, aber würde dann mit übersinnlicher einsicht ein wenig grummelnd seinen segen geben).

mhm, und jetzt frage ich mich, welchen hund ich hund nenne, denn da könnten ja schon missverständnisse aufkommen. und das würde auch das ehrenhafte gedenken an den one and only der hund irgendwie stören. also einigen wir uns bitte darauf, dass der neue hund ab sofort hundII ist. was sein ansehen keinesfalls schmälern soll. sein echter name möge nichts zur sache tun. ich erwähnte ihn wohl bereits in einer aufzählung meiner favoriten und kann nach ersten tests im ghetto sagen, er wird von manch einem vermurkst werden und garantiert ständig auf unverständnis stossen. aber was solls, nomen est omen, und ich möchte abschliessend meine - hoffentlich - treue anhängerin, die gute (in allen bedeutungen dieses wortes) fee grüssen und ihr sagen: ich hoffe, ihre angestellen taugen etwas. in diesem sinne: keine angst. alles wird gut. optimistische grüsse, ihre frau von k. – jetzt wieder mit eindeutiger mission.

Dienstag, 11. Oktober 2005

herzklopfen

völlig ausser rand und band. schaue heute abend einen hund an. ein welpe. quiek. ja, ich weiss, ich habe wohl mal gesagt, ein welpe macht zuviel arbeit - aber dafür ist der auch noch nicht versaut, das kann ich dann selber erledigen, oder vermutlich eher der opa, der leider über weitaus weniger konsequenz verfügt als die hartherzige frau von k. bin jetzt schon ganz aufgeregt und sehr besorgt, dass der hundi wegsein könnte, bis ich da heute abend eintrudele. als gäbe es nur den einen. zumal den vermutlich eh keiner will, denn nur ich bin so blöd, 300 steine für einen mischling zu latzen. daran erkennt man wohl den vorherrschenden seelischen notstand. man könnte mir für den preis vermutlich auch eine einohriges, mottenzerfressenes miststück andrehen, ich wäre verzückt. der opa ist mittlerweile auch wieder fest an bord, was die zukünftige betreuung angeht. nachdem er letzte woche noch verlauten liess, dass ich ihm das nächste halbe jahr gar nicht mit einem hund ankommen bräuchte, er würde mich dann nicht mehr kennen und mir die tür vor der nase zuschlagen. gestern mittag hatte ich ihn dann ja schon halbwegs bequatscht wegen der heimatlosen paula, da tat er zwar noch etwas ruppig und wenig zugetan, aber meinte auf meinen hinweis, paula könnte ja ein paar stunden allein bleiben und bräuchte seine pflege ergo  nicht den ganzen tag, dass das ja gar nicht in frage käme . wenn, dann mache er wieder full service. naja auch recht, und abends hat er dann angerufen und wollte genauestens wissen, wie "paulinchen" (muss mir schon mal einen namen für den potentiellen nachfolger überlegen, an den er kein chen drankriegt) denn aussieht, wo sie herkommt und so weiter und so fort. im hintergrund war seine freundin zu hören, schon ganz euphorisch ob eines potentiellen neuen hundes. dass das mit paula dann doch nicht geklappt hat, tat den beiden fast mehr leid als mir.

Montag, 10. Oktober 2005

oh graus, wie konnte ich nur so blind sein?

..um mal ein bisschen vom thema hund runterzukommen: ich bin tatsächlich und ganz und gar über den lügenbaron hinweg. habe gerade ein aktuelles foto von ihm bei neuverlieben erspäht (gehörte zur therapie, sich öfter mal vor augen zu führen, dass es keinen sinn macht, so einem falschen und notgeilen typen hinterherzutrauern) und bin so was von entsetzt, dass ich es gar nicht in worte fassen kann. würde ich mir nicht eine menge ärger damit einhandeln, ich würde das bild hier einkleben, damit sie wissen, wovon ich spreche und dass ich wirklich nicht übertreibe. wie um alles in der welt konnte ich mich in so eine fratze (vom miesen charakter mal ganz zu schweigen) verlieben? entweder ist das bild sehr (sehr!) schlecht getroffen, was in seinem fall ein grober fehler wäre, denn mit gutem charakter kann er das ja auch nicht ausgleichen, oder sein verlogenes wesen schlägt sich langsam im aussehen nieder. auch das würde mich nicht wundern, schliesslich hat er seinerzeit schon von der ganzen lügerei immer ne dicke lippe (ohne scheiss) bekommen. erinnert mich an eine kindergeschichte mit nasen, die wachsen, wenn man lügt. er war ja noch nie der schönste, aber wie er mit so einem foto noch irgendwo landen will mit seinen lügengeschichten und seinen nennen wir es problematischen lebensumständen, ist mir ein rätsel. und viel toller noch: es ist mir scheissegal. ich bin geheilt. juchu. mein gott, wie lange hat das gedauert?!? vor einem jahr hätte mir bestimmt noch das herz geblutet bei seinem anblick und jetzt empfinde ich lediglich tiefe dankbarkeit, dass ich rechtzeitig aus dieser unleidlichen geschichte herausgekommen bin. danke.

montag halt

ein tag, auf den man verzichten könnte. keine sau im büro, frau angie hat ihren freien tat und die letzten paar kollegen, denen gegenüber ich wirklich sympathische gefühle gehegt habe, haben jetzt auch noch gekündigt, weil sie die ausbeuterische und wenig kollegiale art der inselaffen nicht mehr ertragen können. nicht mal nervige kunden rufen an. habe jetzt schon alle tierheimseiten der umgebung abgeklappert und wollte sogar den hund einer freundin meiner arbeitskollegin, der kein zuhause mehr hat, nehmen. der war jetzt aber schon anderweitig untergekommen, gerade nachdem ich beschlossen hatte, das wäre genau das richtige modell für mich. hatte sogar den opa schon so weit genötigt, dass er weitere hundebetreuung unter der woche zugesagt hat. naja, die hunde im tierheim laufen ja nicht weg. haha. werde mal sehen, ob ich am freitag vielleicht den weg dort hin schaffe, und überhaupt sollte man da wohl aufs schicksal vertrauen. zwischenzeitlich wäre ich schon dankbar, wenn einfach nur feierabend ist. keine lust mehr auf den affenzirkus hier.

opium fürs volk

im tierheim war ich aus pietätsgründen dann doch nicht. habe vielmehr das wochenende in kummervoller abgeschiedenheit verbracht und mich konsequent geweigert, vor die tür zu gehen oder gar einer menschlichen seele zu begegnen. sonntagmorgen habe ich dann http://www.hourofpower.de  geguckt, im kummer sind glauben und beten ja bekanntlich oft das einzige, was hilft, und so wollte ich nichts unversucht lassen. nicht dass ich es besonders mit dem christentum hätte, vielmehr war sonst nix geboten im fernsehen sonntags um acht, und ich war in der passenden pathetischen stimmung für die herren schuller senior und junior. war anscheinend die sendung zum fünzigjährigen jubliäum dieses schmalzes und noch patriotischer angehaucht als sonst schon (wobei patriotismus und relegion beim ami ansich ja eh fast das gleiche zu sein scheinen). dass schuller junior dem publikum dann noch seinen jungen hund vorgestellt hat (der vorgänger hatte laut seiner aussage auch einen abgang ins jenseits gemacht), war dann einer dieser zufälle, bei denen ich beginne mich  zu fragen, ob mir hier vielleicht jemand irgendetwas sagen will. naja, alles in allem hat der fernsehkirchenscheiss nicht viel trost gebracht, aber zumindest für ein paar lacher gesorgt. klasse ist übrigens auch immer das klischee einer bibeltreuen christin aus dem schwabeländle im abspann der sendung, die mitteilt, wo man die videokassette zur sendung bekommt. keine sorge, ich habe sie nicht bestellt.   möchte aber heute mit den salbungsvollen worten von schuller senior schliessen: gott liebt sie und ich auch.

Freitag, 7. Oktober 2005

fans?

und bevor ich mich jetzt ins vom modem ausgebremste wochenende verabschiede, muss ich noch kurz feststellen, dass meine statistik in den letzten tagen sehr viel mehr besucher verzeichnet. wer liest denn um gottes willen alles meinen schrott? oder kommen rührselige tiergeschichten einfach gut an? ich weiss es nicht und wundere mich.

wenn man vom teufel spricht

nachdem  ich mich gerade darüber ausgelassen habe, dass vom iren nichts zu hören ist, hat er sich prompt gemeldet und auch nach meinem befinden erkundigt. scheint mich noch nicht vergessen zu haben. naja, ich monitore das mal weiter, bloss nicht zu vertrauensselig sein...angeblich war er auch beim arzt, um sich auf potentielle geschlechtskrankheiten untersuchen zu lassen, wie ich ihm das aufgetragen habe (man lernt ja dazu). aber was nützt mir ein ire in england, wenn ich hier und ohne hund bin? nicht viel...werde später ein magners in gedenken an ihn trinken. cheers.

aussetzer

gerade in einem anfall von perversion, gepaart mit geistiger umnachtung bedingt durch unterernährung, einen landjäger verschlungen. esse ja eigentlich kein fleisch und schon gar nicht sowas fieses und undefinierbares. aber mir war eben schon ganz schwarz vor augen und es musste etwas kräftigendes her. da war der bauernmarktstand die letzte rettung. geschmacklich zwar durchaus akzeptabel und immerhin von einem glücklichen (als es noch lebte) schwein, rind oder was auch immer, aber trotzdem bedenklich. das ist ja das fiese an solchen wurstgeschichten, dass man nie weiss, was das ursprünglich mal war. denke ich besser auch gar nicht drüber nach, den es beginnt mich schon zu ekeln, dass immer noch irgendwelche zähen fettfetzen zwischen meinem falschen zähnen kleben. wenn ich mir jetzt noch in allen einzelheiten ausmale, wie der landjäger zu selbigem wurde, muss ich mich am ende noch übergeben, und das wäre ja ein jammer, nachdem ich endlich überhaupt mal wieder was gegessen habe.

ode an den hund

wider erwarten bin ich heute in einigermassen passabler stimmung. und das obwohl ich wieder fast nicht geschlafen habe, und ich, als ich mal kurz eingenickt bin, dann doch wieder nur vom hund geträumt habe. dafür habe ich mich gestern keinen nennenswerten alkoholexzessen hingegeben und auch die finger von opis beruhigungspillen gelassen. ja, es ist sehr einsam daheim so ohne hund. mir fehlen sogar die hundehaare, die mich jahrelang zur verzweiflung gebracht haben. seit der grossen haarrazzia am vergangenen montag sieht die wohnung aus wie aus dem ei gepellt, obwohl ich die ganze woche keinen handschlag mehr getan habe. mit hund musste jeden tag gesaugt werden und trotzdem tobten nach spätestens einer stunde wieder die wollmäuse durch die wohnung. und jetzt? keine haare mehr auf dem boden, auf dem sofa, meinem kopfkissen oder im bad. kein vollgesabberter boden, keine angelutschten kauknochen, über die man stolpert und das bett riecht nicht nach hund sondern nach waschmittel und es finden sich auch keine alten hundekuchen unter dem kissen. niemand, der sich nachts im bett breit macht und laut schnarcht (ok, da könnte man ja mit einem mann substituieren, aber das ist einfach nicht das gleiche) oder abartige blähungen hat, weil vom opa mal wieder komisches zeugs gefüttert bekommen. kein morgendliches würgen beim öffnen der hundefutterdose, ich kann länger schlafen, weil ich niemanden versorgen muss. und ich bin nicht mehr gezwungen, mich mehrmals täglich der aussenwelt zu stellen. hört sich alles toll an, aber ist total scheisse. einziger mitbewohner derzeit ist eine fette schwarze spinne (an dieser stelle herzlichste grüsse an die arachnophobische frau recens), die sich im wohnzimmer die wand rauf und runter tummelt. bin zwar nicht phobisch, was diese tierchen angeht, aber ein bisschen eklig sind die schon. es ist reine verzweiflung, die mich davon abgehalten hat, die spinne auszuquartieren oder gar abzumurksen. meinetwegen soll sie den winter über bleiben. bin ja kein unmensch. und sehr einsam, aber das erwähnte ich ja schon.

Donnerstag, 6. Oktober 2005

kreisch

huijuijui, ich bin heute wirklich mehr als reizbar. zu mangelndem schlaf, unfreiwilliger nulldiät und alkohol- und oxazepam-overkill kommt jetzt auch noch der allmonatliche hormonterror. weiss gar nicht, ob ich heulen oder schreien, wahlweise jemandem an die kehle gehen oder mich einfach aus dem fenster stürzen soll. warum ausgerechnet an solchen tagen alle nervensägen aus ihren löchern kommen und einen terrorisieren, ist mir schleierhaft. naja, es ist wohl doch eher so, dass man die dummheit der menschen in schlechter verfassung einfach nicht so gut wegsteckt wie an besseren tagen. normalerweise kann ich ja lachen über die mobbingversuche der inselaffen, aber heute bin ich kurz vor einem psychotischen ausraster. verstehe gerade auch, wie es zu amokläufen und ähnlichen katastrophen kommen kann. habe schon zig mails mit patzigen antworten entworfen, aber keine abgeschickt, in der festen hoffnung, dass mein gemüt sich bis morgen beruhigt hat. wird zeit für den erlösenden feierabend. tragischerweise ist der weinvorrat zu hause leergesoffen und ich sehe mich ausserstande, im meiner verfassung einen laden zu betreten. das sind probleme....mein gott.

gereizt

was gibt es heilsameres in zeiten des kummers, als sich ein wenig über blöde und unfähige menschen aufzuregen. dass ich schon wieder bösartig werden kann, werte ich als zeichen der besserung. eben erreichte mich folgender beschwerdebrief:

Hallo da oben !

Es ist ja sicherlich gut gemeint, wenn Ihr mir Unterlagen über den neuen

Immobilienfonds schickt. Jedoch was seit ihr nur für Antiverkäufer, wenn ihr

mir einen in Englisch gefassten Prospekt schick!

Liebe Grüße

Herr Z.

am liebsten würde ich dieser pfeife zurück schreiben, dass ich befürchte, dass selbst die deutsche fassung seinen horizont übersteigen könnte. oder wahlweise, dass wir ihm einen englischkurs sponsorn, damit er seine beschwerde nach london schicken kann, denn schliesslich sind es die inselaffen, die der meinung sind, dass wir keine deutschen übersetzungen brauchen. schon gar nicht für kleine fische wie herrn z., die vielleicht mal drei euro fuffzig investieren. aber da ich ja gezwungenermassen kundenfreundlich bin, werde ich den rest des tages damit verbringen, mir zu überlegen, ob ich ihm überhaupt antworte.

von: frauvonk in: fundbüro

Mittwoch, 5. Oktober 2005

auch nicht schlecht

und hier mal wieder ein highlight aus meinem arbeitsalltag - mit abstand die beste out of office meldung, die ich je bekommen habe, da bin ich ja fast ein wenig beschämt ob meiner langweiligen 0815-meldung.

Sehr geehrte Damen und Herren,

die beste Bildung findet ein gescheiter Mensch auf Reisen .

Hat Goethe nicht Recht?

Darum bin ich in der Zeit vom 05. bis zum 10. Oktober auf Geschäftsreise.

Bitte wenden Sie sich während meiner Abwesenheit telefonisch an unser

Service Team.

von: frauvonk in: fundbüro

das leben geht weiter

tag vier nach dem tragischen abschied. das leben geht seltsamerweise weiter und ich muss auch nicht den ganzen tag weinen. ja, zwischendrin kann ich sogar mal lachen. nur essen kann ich gar nix. lebe seit samstag ausschliesslich von wein und opis beruhigungstabletten. hoffentlich ende ich nicht als skelett auf stelzen, hatte gerade wieder so schön zugenommen, nachdem ich die lügenbarongeschichte endlich, endlich überwunden hatte. oder wie herr beinhart es ausdrücken würde: "baby, endlich hast du wieder nen arsch, das war ja nix vorher, sieh zu, dass du nie wieder so runterhungerst." heute bin ich seit langem auch mal wieder dankbar dafür, am ort des grauens zur arbeit erscheinen zu dürfen. nicht dass ich wirklich in der lage wäre, etwas produktives zu tun, aber es lenkt trotzdem ab. muss mich allerdings über die mangelnde anteilnahme beschweren. ausser frau angie hat niemand kondoliert. das gilt auch für den bekanntenkreis, wo sich auch kaum einer ein paar worte des beileids abringen konnte. naja, es kann wohl auch kaum jemand verstehen, dass mir ein tier mehr wert ist als die meisten menschen. vielmehr musste ich mir oft anhören, dass ich doch froh sein soll, jetzt meine freiheit zu haben, und dass ich mir bloss keinen neuen hund anschaffen sollte. pah, da scheisse ich doch drauf (bitte entschuldigen sie diese harten worte), am samstag fahre ich mit käthe ins tierheim. natürlich nur, um mal ganz unverbindlich zu gucken.

irish rover

das leben, schicksal, gott, oder wie immer sie das nennen mögen, hat doch immer wieder überraschungen parat. in den schwersten stunden meines lebens habe ich tatsächlich einen neuen mann kennengelernt. gut, ich lerne ständig männer kennen, aber hier handelt es sich seit langem mal wieder um ein exemplar, das zumindest so viel interesse in mir geweckt hat, dass ich eventuell bereit wäre, mich auf etwas einzulassen. dass es ausgerechnet am tage vor der exekution zum kontakt kam, scheint mir eine wink des schicksals zu sein (ja, ich glaube an fügungen), denn vom sehen her war der herr mir schon mindestens ein jahr bekannt, ohne dass wir uns jemals unterhalten haben. nun bin ich ja aufgrund der desaströsen erfahrungen der letzten jahre und besonders nach der episode mit dem lügenbaron nicht wirklich in stimmung, mich noch auf irgendein männliches wesen einzulassen. dass ich hier eine ausnahme gemacht habe, liegt einzig und allein an der tatsache, dass es sich um einen waschechten iren (sogar mit einem mc-namen. wow) handelt. hierzu sei gesagt, dass ich seit mehreren jahren fest überzeugt bin, dass nur ein irischer mann für mich in frage kommt. die irische mentalität ist mir einfach sehr sympathisch, eine mir sehr angenehme mischung aus lebensfreude und hang zur melancholie, von guinness und magners ganz abgesehen. ich habe ihm gegenüber dann auch gleich kundgetan, dass ich schon immer einen irischen mann heiraten wollte (ok, ich war auch ziemlich besoffen, musste ja den kummer wegen der anstehenden beerdigung des hundes runterspülen). weitere pluspunkte habe ich bei dem iren wohl gesammelt, weil ich bei allen irischen lieder den text richtig und mit irischem akzent mitsingen konnte. tja, was soll ich sagen, wäre ich nicht so traurig wegen dem hund, ich glaube, ich hätte mich verliebt. wobei es wohl besser ist, gefühlsmässig erstmal in deckung zu bleiben, bei meinem händchen für arschlöcher allemal. bisher hat er sich aber ganz gut gehalten, wer möchte schon mit einem heulenden wrack (nicht sehr sexy, mit  beulen wo sonst augen sind) die nacht verbringen? er hat es getan. bin mir nicht sicher, aus welchen beweggründen, entweder absoluter sexueller notstand oder er findet mich doch gut. auf jeden fall war ich froh, dass wenigstens irgendwas warmes neben mir lag, wenn auch der hund viel kuscheliger und vertrauter war. und jetzt bin ich mal gespannt, wo diesmal der haken ist. denn dass frau von k. einen mann kennenlernt, mit dem alles glatt läuft, ist mehr als unwahrscheinlich.

Dienstag, 4. Oktober 2005

das ende

schon die exekution des hundes war recht dramatisch. nicht nur, dass ich geheult habe wie ein klageweib, ich musste im tiefsten kummer auch noch zweimal das praxisteam zur sau machen. hatte man mich doch mit dem noch lebenden hund in einer abgefuckten kammer geparkt, wo ich dann ewig warten musste. nicht gerade pietätvoll, was ich dann auch in einer kurzen heulpause lauthals kundgetan habe. danach gabs wenigstens schon mal die beruhigungsspritze. für den hund, ich hätte auch eine gebrauchen können. eine stunde später musste ich dem unsensiblen gefühlstrampel von  ärztin fast an den hals gehen, damit sie endlich zum finale kommt. nein, es war wirklich nicht schön, zumal die pute zu blöd war, gleich die richtige dosis zu spritzen, so dass der hund noch minuten lang lebte und noch eine zweite kanüle gelegt werden musste. so viel zum thema ein schöner tod ehrt das leben. danach wurde es dann richtig makaber. beim abtransport brach der tote hund unten durch den karton durch, in dem wir ihn trugen. da musste ich ja sogar lachen, ganz kurz.

die krönung allerdings war die beerdigung oder vielmehr die versuche selbige erfolgreich abzuschliessen. bei anbruch der dunkelheit und im strömenden regen sind herr beinhart und ich mit dem toten hund im karton aufgebrochen, um an einem abgelegenen plätzchen (ich weiss, sehr illegal so was, aber das war mir in dieser angelegenheit völlig schnuppe), ein grab zu schaufeln (eigentlich hat er geschaufelt, sah ziemlich anstrengend aus). der erste versuch schlug fehl, nach einem halben meter stiessen wir auf steinboden. grosses ratschlagen. auf keinen fall sollte der hund von einem wilden tier wieder ausgegraben werden, mit dem gedanken könnte ich nicht leben. also auf zur nächsten stelle. ein wunderschöner platz und ich war sicher, das ist hier richtig. diesmal kamen wir nicht mal einen halben meter, da kam jemand vorbei. erneutes ratschlagen, dann abmarsch, da wir uns nicht sicher waren, was für ne strafe einen für so eine aktion erwartet. ich muss wohl nicht betonen, dass ich zu diesem zeitpunkt bereits schwer strapaziert war. und patschnass. dritter versuch endete wieder mit steinboden. danach war ich für strategieänderung. kam mir mittlerweile schon vor wie in einem schlechten film, wo der mörder verzweifelt versucht, die leiche unauffällig loszuwerden. wir sind also wieder nach hause gefahren, ich habe einen bettbezug geholt und wir haben eine seemannsbestattung gemacht, mit schweren steinen (an dieser stelle noch mal mein aufrichtiger dank an herrn beinhart, der geduldig und kraftvoll alles in die hand genommen hat) und dem eingewickelten, mittlerweile schon gruselig steifen hund. das war auch sehr feierlich und ich war zufrieden damit, nicht nur, weil ich langsam auch am ende war mit den kräften. in der nähe dieses grabes ist der hund auch aufgewachsen und so schliesst sich der kreis und mit diesem gedanken kann ich vermutlich gut weiterleben.

sonntag habe ich dann mit opa und seiner freundin (genauso verrückt nach dem hund) einen feierlichen leichenschmaus gemacht und es war wie das bei beerdigungen so ist, man trinkt viel wein, ist wehmütig, aber lacht auch viel in erinnerung an die guten zeiten.

es werden bereits wetten abgeschlossen, wann ich den nächsten hund haben werde.

begegnungen der dritten art keine angst. alles wird gut.
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