Tja, das wars wohl erst mal. So beeindruckend Ausnahmezustände sein mögen - das Tempo, mit dem alles wieder normal wird ist mindestens genauso bemerkenswert. Auch wenn ich mich erst mal dran gewöhnen muss, ich dass ich nicht schnell auf großen Nachrichtenportalen gucken kann, wie es in meiner Innenstadt gerade aussieht.
Bei dem großen "Stimmen gegen Armut" Konzert war ich auch - türlich, da war ja jeder. Ich finde, wir haben das gut gemacht, uns lecker Essen mitgenommen, entspannt auf ne Wiese gelegt und Videoleinwände beobachtet - zu einigen Acts aufgestanden und nach vorne geschlendert, gefeiert. Ich weiß gar nicht, wie die Menschen das ausgehalten haben, sechs Stunden in der Hitze stehen und hüpfen, das ist doch anstrengend.

Ansonsten habe ich ein Wochenende nache der Hauptstadt in großer Harmonie und Ferienstimmung verlebt, eine mittlere-bis schwere Krise abgewendet und hatte gestern ein großartiges Abenbrot mit auf dem Dach, den Sonnenuntergang zwischen den Beinen des Allerliebsten, Bringdienstpizza mümmelnd.. und quatschend. Unbeschreiblich schön.
Was übrig bleibt, sind Fragen an die Soziologin, die in mir heranwächst. (Kling eklig, oder?) Woher kommt diese Gewalt? Worum ging es wirklich bei diesen Demonstrationen? Beim Konzert, in der Menge, rief eine Frau den Umstehenden zu, dass es jetzt hoffentlich alle begriffen hätten. "Jetzt nur noch Biowaren kaufen! Gleich morgen!" Die Menschen haben sie angesehen, schweigend oder grinsend, klar, die Alte ist verrückt. Türlich hat sie recht. Und türlich wird keiner auf sie hören, viel zu teuer und so. Also... worum ging es Euch eigentlich? Und mir Euch meine ich uns.
Die Sperrholzplatten werden von den Geschäften wieder abgenommen, vielleicht bauen sie auch bald die Mülleimer wieder an, ich will meine Abfälle nicht weiterhin in meinen Rucksack stopfen müssen. Wir sind durch, die Welt guckt längst wieder woanders hin, wir können die Buttons wieder abnehmen und weiterhin bei McDonalds essen.
