Am Wochenende fahre ich wieder zu einer Beerdigung. "Nicht meiner eigenen" hätte ich jetzt fast geschrieben, heißt: keiner aus meiner eigenen Familie. Gefragt wurde ich trotzdem nicht, meine Begleitung wird gefordert. Wieder schwarz, wieder Familie, wieder das Haus, wieder lange Stunden im Auto.
Vorhin habe ich gemerkt, nur ganz leise, nebenbei, dass ich mich nicht unwohl fühle. Ich hab an meine letzte (und damals erste) Bestattung vor ein paar Monaten gedacht und mich dann gefreut, für ihn da sein zu können. Ich war damals alleine. Und vor langer Zeit, als es nicht um eine Beerdigung, sondern nur um einen Todesfall als solchen ging, wurde ich weggeschickt. Da durfte ich nicht für ihn dasein - ein ganz anderer "ihn", freilich, die Erfahrung bleibt. In all ihrer Intensität.
Ich habe jemanden, der mich nicht wegschickt. Sondern der zu mir sagt "Und du kommst gefälligst mit, Madame." Als Shepard gestern zu Meredith gesagt hat, dass er immer wieder kommen wird, hab ich geweint. Das ist zwar was ganz anderes, gehört aber irgendwie hierher.
Morgen also: Ruhrgebiet. Essen. Köln. Für mich ist das ja fast schon Süddeutschland, hier aus Rostock aus gesehen.
Vorher, also heute, also jetzt gleich geht es noch in ein Restaurant. Mit Freunden aus Frankreich. Ein bisschen unwürdig, wenn man sich auf so großartige Menschen hauptsächlich freut, weil man französisch sprechen kann. Welch Blödsinn.
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Und warum zur Hölle muss ich, wenn ich für drei Tage wegfahre, keinen Platz in meiner Tasche habe und ohnehin keine Zeit haben werde, zwei Bücher und eine Zeitschrift mitnehmen?