Entr'acte Gedanken, Erlebnisse, Zitate, komischer Humor... und der Rest von mir.

Einträge "Juli 2007":

Dienstag, 31. Juli 2007

gedankenklopse

Ob das normal ist, dass mir bei mitten in einer wissenschaftlichen Arbeit, in der doch eigentlich alles systematisch geordnet sein soll, mir der Kopf schwirrt und ich gar nichts mehr weiß und ganz furchtbar verwirrt bin?  

Klamottentauschparty

Alle, denen ich es erzähl, sind begeistert von der Idee. Es war zwar nicht meine, aber ich finde, die Welt hat trotzdem ein Recht darauf. (Außerdem will ich mich vom Lesen ablenken, es ist Seminararbeitszeit.)

Gestern haben wir eine Klamottentauschparty gemacht. M., gute Texte schreiben, aber noch viel bessere Muffins backen kann und das auch permanent tut, hat eine Hand voll Mädchen in ihre liebliche WG eingeladen und mit ihren Kochkünsten verwöhnt. Wobei das gestern eher die Kochkünste des Türken um die Ecke waren, was aber überhaupt nichts macht, sondern ganz prima in meine Vorstellungen von einem großartigen Abend passt. Nach Backplaumen im Schinkenmantel (der Wahnsinn!), Fladenbrot und Rabarberbrause und einem Großaufgebot an derben Witzen, Gerüchten und Gelächter (Vergesst die Gerüchte über Frauen, die an harmlos klingenden "Mädchenabenden" nicht von groben Sexwitzen und boshaftem Rüpel-Humor zurückschrecken: Es war schlimmer.) haben wir uns an die großen Tüten und Taschen gemacht, die jede von uns mitbebracht hat. Die Idee des Zusammenkommens war nämlich, dass jede mitbringt, was sie an Kleidung nicht mehr trägt und dann wird fröhlich getauscht. Was für ein Spaß.

Ob ich die Sachen, die loszuwerden ich glücklich war, jemand wieder sehe, weiß ich nicht. Das findet sich. Ich selbst hab leider nichts gefunden, was mir wirklich gefiel UND passte, aber dafür hab ich jetzt ein bisschen mehr Platz im Kleiderschrank. Was, angesichts der Größe von Zimmer und Schrank, sehr viel wert ist.

Phae lernt nie aus

Seit Tagen sitze ich in den Räumlichkeiten der Uni und lese und lese für eine Seminararbeit. Meistens auf Englisch. Nebenbei lenke ich mich im Internet ab und bin davon fasziniert, wie viele Worte es doch immer noch gibt, die ich nicht kenne. Externalisieren bedeutet, die Schuld/Ursache nicht bei sich selbst, sondern im Umfeld zu suchen. (Aus dem Leo Forum gespickt). Wieso wußte ich nicht, dass es so ein Wort gibt? Cohabitting heißt übrigens sowohl Beischlaf, als auch "zusammen wohnen". Manchmal ist Recherche also nicht ganz leicht. Hab ich das schon mal erzählt?

Sonntag, 29. Juli 2007

knuddelsüß

Ameisenbäre sind übrigens sehr großartige Tiere - grad im Fernsehen gesehen und begeistert. 

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Dienstag, 24. Juli 2007

Entiii

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***

So will ich die Welt haben, Dankeschön!  

Schockmoment

Bisschen blöd, wenn man im Wartezimmer sitzt und genau 30 Sekunden, bevor man aufgerufen wird, feststellt, dass die Vertretungsfrauenärztin laut Schild in Wirklichkeit ein Vertretungsfrauenarzt ist. 

Montag, 23. Juli 2007

durchgelesen

Auch fertig. Aber sowas von. Erschöpft und aufgewühlt haben wir uns zu guter Letzt in den Armen gelegen, als es auf den letzten Seiten ans Eingemachte ging. Jetzt ist die Geschichte aus und vorbei... niemehr warten auf Harry Potter (außer den Filmen, doch das eher mit mildem Interesse). Ich schließe mich denen an, die sagen, dass es ein gutes Ende war und verrate natülich erst mal nicht mehr. Ich geh mir die Nase putzen und mache mich auf die Suche nach diskutierenden Gruppen in Inter- und Usenet und Spoilerseiten, die ich jetzt nicht mehr zu fürchten brauche. Ha!

Sonntag, 22. Juli 2007

Mittendrin

"Also, dass der Ron den Harry umbringt - das hätte ich ja echt nicht gedacht", sagt der Tenor und kichert dämonisch, als mein Ellenbogen in seine Rippen fährt. Niemand der Leute an der Kasse beachtet uns.

Keine Angst - das war kein Spoiler. Nachdem wir gestern von 11 bis 1 Uhr, also 14 Stunden durchgelesen haben, immer im Wechsel, Chapter für Chapter, laut vorgelesen, sind wir noch nicht ganz in der Mitte des Buches angekommen und wissen also noch gar nicht, wer noch alles dahingerafft wird. Statt dessen hat der Scherzkeks Spaß daran, in der Öffentlichkeit, in die wir wegen akutem Nahrungsmittelmangel doch kurz zurückkehren mussten, mit gefakten Spoilern und schlecht ausgedachten Hiobsbotschaften aus dem Zaubereruniversum ("ich bin immer noch nicht darüber hinweg, dass Dumbledore Voldemorts Vater ist") lautstark um sich zu werfen, in der Hoffnung, unschuldige Passanten mit dem ungewollten Spannungsraub ins Entsetzen zu stürzen. Bis jetzt anscheinend erfolglos.  

Für eine Zwangspause - finales Lernen für die Klausur und Katze füttern, bin ich kurz nach Hause gefahren... das Buch hab ich so lange versteckt. Sicher ist sicher.  

 

Freitag, 20. Juli 2007

Warten auf Harry

Vorfreude und Spannung steigen und steigen... hach, das wird toll!

Seit Wochen schon, in Gesprächen heiß gemacht, Theorien erörtert ("Snape kann gar nicht böse sein, weil..."), Wetten abgeschlossen (meine Tipps: Snape ist gut, Harry stirbt nicht, das Ron und Hermine zusammen kommen, ist ja gar nicht mehr der Rede wert) und bis jetzt erfolgreich jedem Spoiler aus dem Weg gegangen (an dieser Stelle herzliches Beileid an die Besserwisserin.) Keine 24 Stunden mehr!

Am Montag schreibe ich Klausur, also werde ich mich gleich in die Uni begeben und heute nochmal ordentlich lernen, damit ich am Wochenende schön schmökern kann. 

Schnell verschlingen werde ich das Buch übrigens wohl nicht, in einem Anfall von Akutromantik haben der Tenor und ich beschlossen, uns das Buch gegenseitig vorzulesen, Vorlesen ist toll, Walter Moers' "Ensel und Krete" haben wir schon in sehr schönen Stunden hinter uns gebracht (Ein großartiges Buch und allerbestens geeignet), bei einem Probekapitel aus Harry Potter and the Half Blood Prince, allerdings haben wir uns über Banales wie Aussprachefehler ("Sag mal, hast Du schon mal ein richtiges Ti-Äitsch gehört?! Das geht ja gar nicht..." Anglistikstudenten, auch die Bloss-Beifachler, sind sowieso die allerschlimmsten... Wenn wir Französler uns da so hätten... tztztz...) fast entzweit. Es wird also etwas langwieriger als sonst, auch wenn ich schon darauf spekuliere, dass der Tenor, der mich wegen schweren Aussprachesünden nicht mehr lesen lassen wird, als unbedingt nötig, irgendwann vor Erschöpfung einschläft und ich das Buch dann heimlich durchlesen kann. Au ja... 

Und jetzt ab an die Bücher - die langweiligen, mit denen ich heute noch Vorlieb nehmen muss.  

 

Current mood: gespannt und hibbelig

Mittwoch, 11. Juli 2007

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Hihi, ein Spontankauf vom Grabbeltisch mit den Magelexemplaren.  
in: Kultur

Montag, 9. Juli 2007

<3

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Hierher.

 

Der kleine Nazi von morgen

Ich war so hilflos.

Er hat mich in der Bahn angesprochen, weil ich etwas aus einer großen Papprolle nahm, die ich bei mir trug. "Eine magische Schriftrolle?" Ich habe nichts dagegen, wenn Menschen mich ansprechen. Im Gegenteil. Vor etwa einem Jahr wurde mir eröffnet, ich hätte eine ungewöhlich offene Art, Fremden gegenüber, die den jungen Mann seinerzeit dazu bewog, sich mehr Chancen auszurechnen, als er tatsächlich hatte. Heute aber, reagiere ich kühl, irritiert. Nein, das ist keine magische Schriftrolle. Ob ich Studentin sei? Ja. Na super. Solche Leute hasse er ja. Ich hebe eine Augenbraue. Ob ich jetzt studiere, bis ich 50 sei? 40? Ich hätte gut Lust, dem was zu erzählen. Von der Dauerarbeit im letzten Semester. Dem Streß, der Angst. Statt dessen lächle ich verächtlich und vertiefe mich in meine Lektüre. Er lässt nicht locker. Scannt mich, von oben bis unten. Er rät einfach drauf los. Mutmaßt, ich sei eine Zicke. 

Erst später verstehe ich, dass er "Zecke" meinte. Er spricht leise und undeutlich, kommt gegen die Geräusche des Busses nicht an. Dafür spricht er viel. Ich verstehe fast nichts. Nur so viel: er ist kein Student. Er arbeitet hart und viel, er verdient wenig und fühlt sich schlecht angezogen. Das betont er, ich verstehe nicht, warum. Schwarze No-Name Jacke, blonde Haare, frisch geschnitten, aber nicht borstelkurz. Er redet von "dem Laden in der Doberaner Straße" und ich weiß schon. Ganz Rostock redet davon, der Naziladen, der seit seiner kürzlichen Eröffnung ständig für lokale Schlagzeilen und Straßenschlachten sorgt. Da will er hin. Nur warum, das verstehe ich nicht, will er jetzt demonstrieren oder was kaufen? Anscheindend weiß er es selbst nicht, zumindest sagt er das immer. Als er auf den Schwarzen, der ein paar Plätze weiter sitzt, schimpft, wird es zumindest für mich klar. Ich distanziere mich, lehne mich zurück. Er entschuldigt sich. Sagt, dass ich gut aussehe, in meinem "Zecken-Look". Ich sei doch bestimmt links? 

In Wirklichkeit komme ich einfach gerade vom TFF in Rudolstadt, ich habe einen lilanen Stufenrock an, ein buntes Tuch um den Hals, eine Muschelkette, Armschmuck. Er sagt, er sei unglücklich. Ich frage: "Wegen dem Geld?" und er sagt Nein! Naja, ein bisschen, doch, eigentlich schon. Er sagt, er weiß nicht, wo der Naziladen ist. Und dass er nicht weiß, was er dort will.

Ich hab ihm nur zugehört. Und fast nichts verstehen können, er konnte sich kaum artikulieren. Hat sich mit hefitigen Gesten immer wieder über die Haare gefahren, die Daumen hinter den Jackenkragen gesteckt. Ich bin hilflos, ich kann nichts tun. Ich hätte ihm soviel zu sagen, als er auf den Schwarzen, der nun aussteigt, schimpft, als er sich bemitleidet, weil es ihm so schlecht gehe, als er sich unglücklich fühlt. Und als er sagt, wie sehr er Studenten hasst, die studieren, bis sie 50 sind. Aber ich verstehe so wenig von dem, was er sagt und ich kann nichts sagen, was er verstehen würde. Nicht hier im Bus. 

Am Ende sage ich ihm, wo der Laden ist und er steigt aus. Lässt mich mit meiner Hilflosigkeit alleine. Zivilcourage. Wenn Nazis in der Bahn Ausländer anpöbeln, dann weiß ich, was ich tun muss. Aber was mache ich, wenn jemand, der noch nicht ganz Nazi, aber in der perfekten Zielgruppe ist, für ein Augenblinzeln in mein Leben tritt, und wieder verschwindet? Was für einen Sinn hat es, dass ich es besser weiß, dass der Schwarze nicht an seinem Unglück Schuld war, wenn ich es ihm nicht vermitteln kann? 

Heute, bei Tisch, konnte ich meine Familie und deren Freunde nicht davon überzeugen, dass Soziologie sinnvoll und nützlich ist. Dabei ist sie dafür da. Solche Probleme zu lösen, die Dinge wie den kleinen, schmipfenden Mann, der nicht mal klug genug war, um artikuliert und verständlich schimpfen zu können, zu Folge haben. Den die Leute im Naziladen bestimmt mit Freuden aufnehmen und bald zu einem von ihnen machen. Es ist dringend. Ich muss groß werden und eine gute Soziologin. Es gibt viel zu tun.    

urbanes Sehen

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Eine Ecke in Rostock, ein kleines Stück verwilderte Romantik. Unweit von der Wohnung des Tenors, ich bin unzählige Male dran vorbei gegangen und habe es neulich bemerkt. In letzter Zeit scheint es mir, als sähe ich viel unsichtbares. Häuser, die mir sonst nie aufgefallen sind, kleine Gärtchen zwischen Mauern, an denen ich oft vorbeigehe, Leuchten in Gesichtern, die fremd sind.  

Donnerstag, 5. Juli 2007

Vorfreude

Auf einmal ist nichts mehr zu tun. Sachen sind gepackt, jede Menge Details wurden in freudiger Erwartung geplant, morgen gehts los. Rudolstadt ruft. Vom TFF, dem roots*folk*world music Festival hat immer noch kaum jemand gehört, alle wollen zum Hurricane. Sollen sie, I. und ich fahren nach Rudolstadt und genießen Tango, Trommeln und Tanz aus aller Herren Länder in der mittelalterlich anmutenden Altstadt von R. Ich wette das wird geil. Wenn ich die 5 - 6 Stunden Anfahrt überstanden habe. Als Fahrerin.

Mittwoch, 4. Juli 2007

Zeit und Rente

"Ja, dankeschön." Ich lege auf und starre nachdenklich auf meinen geöffneten Terminkalender, die Tinte vom letzten Eintrag ist noch feucht. 2:33 sagt das Telefon, länger hat das Gespräch nicht gedauert. Seit ich ein Telefon habe, das mir die Verbindungszeit anzeigt, wundere ich mich regelmäßig, wie viel länger mir Telefonate immer erscheinen. Komisch, das mit der Zeit... Keine 3 Minuten haben wir also geredet, ich hab den Mann noch nie zuvor gesehen und werde es auch nie. Und doch hab ich mich bereit erklärt, in seine Bank zu maschieren und mir anzuhören, was die zu erzählen haben. Klar, ich bin jetzt groß, ich muss mich damit auseinandersetzen, ist schon richtig. Trotzdem erscheint mir die kleine, frische Zeile in meinem Terminkalender mit dem Mangaseitenumschlag wie ein Vorwurf. Zeit! Mangel! ist das Thema der letzten Wochen, "Streß" mein persönliches Unwort 2007, mal wieder. Und dann lass ich mir eine halbe Stunde von meinem Freitag wegnehmen, für Bankwerbungsquatsch, während beste Freunde dreimal Mails schreiben müssen, bevor ich es schaffe, einen Nachmittag oder Abend mit ihnen zu verbringen?

Ich hab das Gefühl, ich tu mir den ganzen Quatsch, den es seit Jahren zu bewältigen gibt, an, um vor meinen zahllosen Albträumen wegzulaufen. "Niemals so werden, wie". Niemals perspektivlos, verzweifelt, resigniert, verbittert. Und nie kleinbougoius, spießig, humorlos und erwachsen.

Erschreckend, die Momente, in denen man sieht, wie sehr man so ist, wie man nicht sein will. Ich muss weiterlaufen. Die grauen Herren mit ihren kleinen Zigarren sind mir fest auf den Fersen.

 

Dienstag, 3. Juli 2007

kultiviertes Zuhausesein

Am Sonntag hab ich es dann bereut, aber am Freitag hab ich einfach mal gar nichts gemacht. Ich hab Neon gelesen, Kochbücher durchgeblättert und nach Inspirationen gesucht, nebenbei "die Schöne und das Biest" und "Grey's Anatomy" geguckt und Ohrringe gebastelt. Gott, war das schön.

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Sonntag, 1. Juli 2007

dimanche en travail

you make me so wanna play the piano

(Pasiphaes Sonntagsradio empfielt: auf blogmusik.net gehen, "Yann Tiersen" in die Suchleise eingeben, auf Play drücken. Einen schönen Sonntag Euch allen.)  

 

in: Kultur