Alles haben geht nicht und ist anstrengend. Genau heute hab ich ziemlich genug davon, beides zu wollen. Kein Fernsehen haben und trotzdem Dienstags Lieblingsserien schauen.
Ersteres klappt toll. Wegen der doofen GEZ hab ich die Kiste abgemeldet und auch tatsächlich rausgeworfen. Meine Form von Protest. Boykott. Und es klappt prima, sie fehlt mir fast gar nicht, ich genieße mein Leben mit einer sinnlosen Verschwendung weniger. Und das tolle Gefühl, dass ich fernsehen weder habe, noch brauche.
Dabei habe ich es ja doch. Bei meinem Tenor. Und so versklavt es mich weiterhin, zumindest von weitem. Verzweifelte Hausfrauen und graue Ärzte, ich kann einfach nicht ohne. Ich bin süchtig, im wortwörtlichen Sinne, ich leide bei Entzug und meine Abhängigkeit geht mir auf die Nerven. Ich will nicht, dass mein Freund denkt, ich besuche Dienstags eher seinen Kasten als ihn selbst. Ich will nicht alles absagen müssen, weil was im Fernsehn kommt. Ich will nicht das Gefühl haben, mit der Arbeit an meinem Ref schnell fertig werden zu müssen, weil ich heute Abend nicht weitermachen kann. Da bin ich beim Tenor. Oder besser: in der Wisteria Lane. Ich bin wirklich genervt und ich bin wirklich so weit, dass ich mir wünsche, dass der ganze Quatsch möglichst schnell abgesetzt wird. Dann kann ich ihn mir auch DVD kaufen, ins Regal stellen und das gute Gefühl haben, ihn jederzeit gucken zu können. Und erst mal was anderes machen.
Übrigens: Gott, ich freu mich auf heute Abend.
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