Entr'acte Gedanken, Erlebnisse, Zitate, komischer Humor... und der Rest von mir.

Einträge "Februar 2007":

Sonntag, 25. Februar 2007

Spaziergang

Ich habe heute den ersten Krokuss gesehen. Und ein blindes Mädchen.

freigelassen

Meinen Schatz bin ich gestern auch losgeworden, hab ihn in der Bahn liegen gelassen. Und jetzt warten. Wahrscheinlich passiert gar nichts.

Gedanken in einen Bus

Letztendlich war es gar nicht so spektakulär, so doll haben die Leute gar nicht geguckt. Geschminkt und blond; hat man wohl schon mal gesehen, in der Straßenbahn. Und dass ich dabei Sartre gelesen habe, hat auch keinen gestört.

Die Party war okay aber nichts besonderes. Den meisten Spaß hat das Verkleiden gemacht. Fast alle Anwesenden waren Schüler, was mich erstaunt hat, ich hätte nicht gedacht, dass der gefühlte Unterschied zwischen ihnen und mir so groß schon sei. Eine andere Welt. Aber das mit den Welten, das ist  ja sowieso komisch, habe ich gedacht, als ich im Bus nach Hause saß und die Stadtnacht an mir vorbei glitt. Die Party war da, wo ich früher gewohnt hab, in meinem alten zu Hause. Ein paar Minuten und ich wäre bei meinen Eltern gewesen. Statt dessen habe ich lange auf den Bus gewartet und bin durch die ganze Stadt gefahren, um in meine Wohnung bzw. einer spontanen Eingebung folgend, zum Tenor zu kommen. Wenn ich meine Stadt nach dem Abi verlassen hätte, hätte ich in ihr mein 19jähriges Ich konservieren können. Dann wären die Erinnerungen, die Gefühle und die Szenen dieser Zeit jedesmal lebendig geworden, wenn ich sie wiedergesehen hätte. Aber ich bin hier geblieben und die Erinnerungen werden mit neuen Erinnerungen überlagert, Rostock ist ich und nicht ich-von-damals. Und doch sind die Erinnerungen ein bisschen konserviert, in den Teilen der Stadt, in denen ich früher oft war und jetzt kaum noch bin. So wie gestern.

Mein Leben ist schöner geworden. Und jünger. Ich lebe jetzt nicht mehr in der Platten-Beton-Welt, sondern in der Türmchen-Giebel-geschmückte-Fassenden-Welt des Zentrums. Nicht mehr in dem bürgerlichen Haushalt meiner Eltern, sondern dem studentisch-kreativen Chaos unserer WG. Ich liebe meine Gewürzbehälter, ihre Schilder sind aus Zeitschriften ausgeschnitten. Das Schild für "Kräuter der Provence" ist eine Szene aus "Das wandelnde Schloss" und das für Zucker ist ein knutschendes Päarchen, ein großes Bild aus der aktuellen Neon ausgeschnitten. Gestern hat T. unsere Badezimmertür verziert, mit Buntpapier, das für die Gestaltung von Puppenhäusern gedacht war, mit Dachziegel- und Kieselsteinmustern und darauf hat sie Blüten aus Klinkersteinen geklebt, auch an die Wand. 

Außerdem habe ich gestern gemerkt, dass ich nicht oft genug nachts alleine Bus fahre. Niemals hat man solche Gedanken und Gefühle, wie wenn man mit dem Bus durch die Nacht fährt und aus dem Fenster blickt, manchmal auf die Stadt und manchmal auf das eigene Spiegelbild, das dann fast immer schön aussieht. 

 

Samstag, 24. Februar 2007

verkleidet

Tiiiiief durchatmen, Phae!
Ich stehe vor dem Spiegel und bin hin und hergerissen zwischen Begeisterung und Unbehagen. Das Kind, oder (ich hab die neue Neon gelesen) Ernie, in mir ist begeistert. Ich trage die wasserstofblonde Lockenpracht, die meine Mitbewohnerin im Faschingskatalog bestellte und mir heute Abend großzügig überläßt. Gebändingt durch ein Haarband, das hier wirklich was zu bändigen hat und bei meinem glatten Kaukasierhaar nur arbeitslos auf dem Kopf herumliegt und eine Haarspange, für die ähnliches gilt. Und jede Menge Make Up, pinken Nagellack und gelbe Neon-Netzhandschuhe.
Es ist mal wieder Kostümparty, meine Lieben haben alle zur gleichen Zeit Geburtstag und einen ähnlichen Humor. Motto: Filmstars und ich finde, das habe ich verdammt gut erfüllt, ich sehe sehr glamourös aus. Und furchtbar tussig.
Das Problem? Die Party ist weit weg, am anderen Ende der Stadt, im Plattenbau-Randgebiet. Und ich habe kein Auto, ich bin Studentin, ich fahre Bahn. Ganz allein, auffällig geschminkt und mit Blondhaarperrücke.

Wirklich? Ich gucke in den Spiegel, zögernd. So willst Du Dich raustraun? Ich denke über ein Schild nach: "Ich sehe nicht immer so aus, ich gehe zu einer Kostümparty!" und schlucke tapfer. Ich zieh das jetzt durch! Soll noch mal jemand sagen, unser bürgerliches Städterleben läßt keine Abenteuer zu, von wegen. Ich stell mir einfach vor, ich bin Journalistin... Journalistin, die für ein trendy Jugendmagazin einen Artikel schreiben soll, wie es ist, in einem lächerlichen Aufzug durch die Stadt zu fahren. Oder für ein Soziologiemagazin, wie es ist, in eine andere Rolle, einen anderen Status gezwungen zu werden. Als Journalistin würde ich das sofort machen. Also... raus da jetzt. 

Ich werde mir noch Kopfhörer in die Ohren stecken, auch wenn meine Batterien mal wieder leer sind, zur Tarnung, damit ich so tun kann, dass ich Lästereien nicht höre, wenn ich sie nicht hören will. Und wer weiß, vielleicht lerne ich so ja sogar jemanden kennen, auf jeden Fall wirds bestimmt lustig. Noch ein Foto für den Tenor, noch einmal durchatmen... und dann los.  

Freitag, 23. Februar 2007

Phae und die Friesen

Ich war in Emden, einer Freundin beim Umziehen helfen. Niedlich, Ostfriesland. Ich frage mich, warum es sowas gibt, Gegenden und Kulturen, die einfach niedlich sind. Die Friesen, mit ihren Fahrrädern und ihrem Tee, hatte alles irgendwie Charme. Mal abgesehen von der Trostlosigkeit, an der bestimmt nur der graue Himmel und die schlechte Erfahrung meiner Freundin in dieser Stadt Schuld sind. Und dem Theodor-Storm Feeling, an das ich denken musste. den Schimmelreiter fand ich damals, in der Schule nämlich nicht gruselig, allerdings hatten wir ihn im Unterricht auch nicht zu Ende gebracht und ich habe ihn nie fertig gelesen. Schlimm fand ich auf jeden Fall nur die Kultur der Friesen, so ernst und wortkarg, kaum Freunlich- oder Herzlichkeit, keine Gefühle. Urks.
Versteht hier niemand, dem ich das erzähle. Vor allem die Zugewanderten, wie der Tenor. "Ihr Mecklenburger seid doch auch so". Hmpf. Touché. Aber wahrscheinlich bin ich mehr Stadtkind als Mecklenburgerin, für die zählen Klischees nicht. Zumindest keine Lokalklisches.

Zurück zu Emen. Ich mag es, neue Städte zu bereisen. Auch die, in denen einmal dagewesen sein reicht. Und ich ma g lange Autofahrten mit Freunden. Wir haben MusicalCDs gehört und bewertet, genascht und viel gelacht. Meinen Schatz habe ich mitgenommen, aber da gelassen hab ich ihn nicht. Ging nicht. Gab keine Gelegenheit, ohne dass meine Freunde ihn gefunden hätten. Merde.

Montag, 19. Februar 2007

Spaß mit Filmchen

 

 

Wie habe ich nur so lange internetsüchtig sein können, ohne je einen Abend Stunden mit Youtube zu verbringen? Naja, heute ist es geschehen. Liegt vielleicht an S. mit dem langen Haaren, der langsam ein wirklich guter Freund ist. Der angehende Mathelehrer mit der Vorliebe für schlechte Filme. Und den genialen Humor. Er ist so ein Mensch mit dem man Abende verbringt, jeder sitzt an seinem PC und per Chat werden Videos, Links, Witze und Songs ausgetauscht. Genial. Heute wollte ich ihm endlich mal Invader Zim, meine derzeitige absolute Lieblingsserie, näherbringen und er mir Dexter's Labratory. Geendet sind wir bei... naja, siehe oben halt.  

in: Kultur

Sonntag, 18. Februar 2007

!!

... wären ja blöd, wenn der Tenor ihn finden würde. 

mein Schatz

Immer heb ich alles auf. Auch die blöden Aldi-Smartie Verpackungen, weil es so hübsche Pappröhren sind, könnte ich nicht wegschmeißen, die standen schon seit Monten in meinem Regal. Heute ist mir endlich eingefallen, was ich damit mache. 

Ich habe einen Schatz gebaut. Ich bin kichernd durch meine Wohnung geflitzt und habe etwas Kleinkram zusammengesucht, einen netten Zettel geschrieben und die Rolle außen mit "nimm mich mit" beschriftet. Wenn es mich das nächste Mal nach draußen treibt, lass ich sie liegen. Und freue mich diebisch. Wie Bookcrossing, nur viel toller. Einen Verweis auf Entr'Acte hab ich auch reingesteckt, vielleicht lesen wir ja bald was vom glücklichen Finder.

Ich glaube, ich hab mir heute ein neues Hobby gemacht.  

O-Ton

Der Tenor nach Genuss des sinnfreien Werbespots eines großen Butterkeksherstellers. 

"Pfff, neulich auf'm Klo, da hab ich erst nen großen Haufen gemacht, dann nen kleinen... aber wenn ich mal ne Pause brauche, dann mach ich ein Picknick!"

+++

Bei manchen Süchtigen, das hab ich neulich erst wieder in einer meiner Frauenserien gesehen, gibt es eine Prüfung, die sie durchlaufen müssen, bis sie wieder eine Beziehung zu einem anderen Menschen anfangen dürfen. Sie müssen erst ein Jahr lang eine Zimmerpflanze versorgen, dann ein Haustier und dann erst dürfen sie wieder etwas mit einem Menschen anfangen.
Find ich ganz schön schwer. Ich hätte da echt Probleme. So eine Pflanze ist für Leute wie mich ziemlich schwer am Leben zu halten. Der Kater gedeiht hier prächtig, der wird langsam zu dick, aber eine Pflanze, die mir nicht um die Beine streichen und laut miauen kann, die geht hier gnadenlos zu Grunde. Hoffentlich werde ich nie von irgendwas abhängig. 

Freitag, 16. Februar 2007

Fasching!!

Morgen gehe ich als Adelsdame auf eine "Maskenball" Faschingsparty, nächste Woche auf eine mit dem Motto "Filmstars". Heute ist ein Paket mit 2 Perücken und einem Hexenhut für Mitbewohnerin T. angekommen - viel Spaß in der WG. Bunte Tücher fliegen durch die Luft, Schminksachen, Schmuck, Mädchenlachen und jede Menge Digitalfotos. Ein Rasch! Verkleiden ist toll und sollte viel öfter praktiziert werden. Ich will Prinzessin sein und Piratenbraut, Amazone und Zigeunerin! *konfettiwerf*

außer schön


Ohne Worte.

Mittwoch, 14. Februar 2007

My dear Krauts

Das Buch lag bei meinen Eltern rum und klag interessant. Ein in Deutschland lebender britischer Journalist über mein Land."Wie ich die Deutschen entdeckte" stand im Untertitel. Da weiß man doch schon sehr genau was drin steht, da erwartet man kluge und scharfsichtige Beobachtungen und jede Menge Humor, Klischees und Unerwartetes, man will sich aus anderen Augen sehen und gezeigt bekommen, die eigene Sicht mit der des Autors vergleichen und oft herzlich lachen. Give it to me, baby! 

Bullshit. Dieses Buch war Zeitverschwendung. Es geht gar nicht um intelligente Bemerkungen über ein Volk voller Schrullen und Eigenheiten, es geht um eine lächerlich konstruierte Geschichte, die zufällig jemandem passiert, der Brite in Deutschland ist. Nun könnte man natürlich eine Geschichte erzählen und trotzdem noch eine Menge kluge und lustige Beobachtungen zwischen die Zeilen bekommen - man muss aber nicht. Ein paar dämliche Klischees, eine Menge Hitler und flache Pointen tuns ja auch. Schade um die Zeit, ich hätte genauso gut lange auf meine Fingernägel starren können. 

Vielleicht sollte ich lernen, wann es Zeit wird, ein schlechtes Buch aus der Hand zu legen. 

in: Kultur

Dienstag, 13. Februar 2007

DAU Charme

Der Tenor ist umwerfend zur Zeit, alles ist großartig und ich lebe seit Tagen in einer Wolke zärtlicher Liebe. Am Wochenende war ich bei ihm, auf dem Schoss das Notebook, das meins sein wird, bis mein richtiger PC wieder läuft und versuchte, in seiner Wohnung ins Internet zu kommen. Der Tenor ist ja nicht nur Tenor, sondern auch Computerflüsterer, er half geschickt, klickte Einstellungen an, tippte Nummern ein und wie immer wären wir richtig schnell fertig geworden, wenn er mir nicht nebenbei alles, was er tat auch noch dummysicher erklären müsste. In der absurden, aber sehr süßen Hoffnung, dass ich es eines Tages so gut verstehen würde, wie er.
Endlich klappte alles, und mein Schosscomputer ging online, was von einem kurzen Brummen der Festplatte von des Tenores Tischrechner kommentiert wurde.
ich sah mit großen Augen auf. "Der hier", sich zeigte auf meinen Laptop, der gerade versuchte, ins Netzwerk zu kommen "wollte in sein Revier", ich zeigte auf den TowerPC, "und da hat der ihn angeknurrt!"

Der Tenor brach in Lachen aus, über meine Interpretation des Internets und fand das so herzerwichend dumm und süß, dass er nicht anders konnte, als zu mir zu stürmen, sich auf mich zu werfen und mich zu küssen, stürmisch und lachend. Das macht er sonst nie, so ehrlich war das. Ich hatte Geburtstag, an diesem Wochenende, alle meine Freunde standen um mich herum und sangen, es gab Geschenke und ich habe eine roßartige Party geschmissen. Aber das, das war der allerschönste Moment in den letzten Tagen.  

Montag, 12. Februar 2007

konsequent

Ich habe keinen Fernseher mehr. Ich habe ihn vor einiger Zeit aus sicherlich allgemein bekannten Gründen von der GEZ abgemeldet und ihn jetzt tatsächlich abgeschafft. Mit dem Gedanken im Hinterkopf, so viel, wie ich für den Scheiß zahle, da kann ich mir auch jeden Monat eine DVD kaufen. Und das mache ich auch! Gleich, wenn ich alle DVDs, die Mitbewohnerin T. in die WG mitgebracht hat, und die ich noch nicht kenne, durchgesehen habe.

Wir werden ja sehen, wie ich klarkomme. So, ohne Fernsehen. Klingt ja erstmal cool. Ich habe keinen Fernseher. Und heute habe ich mich auch sehr über die zusätzliche Ablagefläche in meinem Minizimmer gefreut. Schaufensterpuppe Lilith ist gleich mal umgezogen, viel mehr Platz jetzt. Und es gibt ja noch den Tenor, sollte es einmal wieder überraschend Dienstag werden und meine Lieblingsserien laufen.  

Donnerstag, 8. Februar 2007

Die Stadt auf Rollen

Vicke Schorler hat vor vielen Jahren gelebt, war Kaufmannssohn und hatte offenbar eine Menge Zeit. Das ist alles, was wir heute über ihn wissen. Und wir haben seine Schriftrolle. Auf die hat der gute Vicke nämlich damals, irgendwann im 14 Jahrhundert oder so, meine gesamte Stadt gemalt. Die Front jedes Gebäudes hat er detailgenau daraufgezeichnent, eines neben dem anderen, von den wichtigen sogar alle vier Seiten nebeneinander. Wie gesagt, der Gute muss eine Menge Zeit gehabt haben. Die Stadt auf jeden Fall freut sich, das sie sowas hat. Eine Momentaufnahme, wie sie im Mittelalter aussah, ganz genau. Und außerdem was ganz einzigartiges, so eine Schriftrolle gibt es nicht noch mal auf der Welt. 

Ich habe einen Freund, T., mit vielen Vornamen, weil seine Mutter ihren nicht mochte und wollte, dass ihr Sohn sich einen aussuchen kann. Er hat einfach den ersten genommen. T. wohnt heute in Rostock, in einem Stadtteil, der noch Wald war, als Vicke damals die Zeichenfeder schwang. Von der berühmten Rolle hat er nie gehört, bis ich ihm davon erzählt habe. T. mag Züge und Busse und Straßenbahnen. Ich glaube, ich habe hier sogar schon mal erzählt, dass er Fotos von ihnen sammelt, von jeder Linie eines, auch die seltenen, die Nachtbusse, die nur eine kurze Strecke im Industriegebiet fahren. Da ist T. schon mal die ganze Nacht unterwegs und fährt eine Stunde lang Bus, um dann eine weitere Stunde lang in einem anderen Bus zu fahren, oder den zumindest zu fotographieren. 

Gestern erzählte er mir mit Sternenlicht in den Augen, dass es eine Sonderstrecke gäbe, irgendwo in einem Randgebiet der Stadt. Da fahre die Bahn, wo sie sonst nie fährt. Und er ist mitgefahren, nachts natürlich, er stand neben den Schienen und hat die Bahn gefilmt und dannach saß er in der Bahn und hat rausgefilmt. Er erzählt begeistert - wir stehen nachts an einer Bushaltestelle, wo sonst? - und ich habe Mühe, sanft zu lächeln und nicht breit zu grinsen. Meine zuckenden Mundwinkel dringen durch seine Begeisterung zu ihm durch und er sagt, dass es wirklich schön war, eine Momentaufname von der Stadt. Und da bin auch ich begeistert, T. ist durch die Stadt gefahren und hat die Straßen gefilmt. T. ist der moderne Vicke Schorler. Ein bisschen verrückt und mit manchmal zuviel Zeit. Aber hauptsache, es kommt eine schöne Geschichte dabei raus. Und eine Momentaufnahme der Stadt.  

Mittwoch, 7. Februar 2007

Tool Time

Ein weiterer Schritt auf dem langen Weg zum Erwachsenwerden. Ich hab gerade bohren gelernt.

Ja, mag sein. Wenn man nur noch wenige Tage 20 ist, schon vor über einem Jahr zu Hause ausgezogen, sollte man das vielleicht schon können. Andrerseits kann man ja unheimlich viel versauen, wenn man so ein Loch an die falsche Stelle macht, deshalb habe ich bisher immer lieber meinen Vater rangelassen. Oder eben den Tenor. Aber die waren eben beide gerade nicht da und ich außerdem bald 21. Ran da.

Gar nicht so leicht. Hat ein bisschen gedauert, bis ich wirklich begriffen hatte, wie man die Aufsätze wechselt. Und dann noch einige Zeit, bis ich den richten Aufsatz ermittelt hatte. Vier Mal musste ich wechseln. Naja, vielleicht wäre ja alles schneller gegangen, wenn ich nicht noch nebenbei mit einer Freundin telefoniert hätte.
Drei Nachbarn sind in der Zeit vorbeigekommen (ich werkelte im Treppenhaus) und haben mir besorgt ihre Hilfe angeboten. Eine kam sogar noch einmal raus und wiederholte ihr Angebot, dass ich wirklich klopfen könnte und dann käme ihr Freund raus und mache das für mich, gar kein Problem.

Aber ich habe ja selbst einen Freund und wollte niemandes Hilfe. Und jetzt hängt das Ding, wir haben eine Klingel und der Tenor hatte schon seinen Spaß, als ich ihm eben von meinem Abenteuer erzählt habe. Jetzt muss ich nur noch warten, bis T. nach Hause kommt und mein Werk sieht. Ich hoffe, sie freut sich.

Dienstag, 6. Februar 2007

Wie es ist, wie Phae zu sein

Mein Leben ist so dekadent. Ich habe gestern fast 10 Euro ausgegeben, für ein Supermarktabendessen mit dem Tenor: Lachs, Weintrauben und Kirschsaft dazu selbstgebackenes Brot und eine DVD der letzten Simpsonsstaffel. (Die hatten wir schon.) Lifestyle. 

Und heute habe ich zum ersten Mal in meinem Leben Unterwäsche gekauft, weil ich keine sauberen Höschen mehr hatte. Manoman. Der Hintergrund ist folgender, das ich meine letzte Wäsche echt lange auf dem Wäscheständer im WG Bad gelassen hatte - kleine Schwäche von mir. Und als ich nun endlich Zeit gefunden hätte, meine aktuelle angesammelte Wäsche zu waschen (das ist gar nicht so einfach, ein paar Stunden hintereinander in der gleichen Wohnung zu sein, um die auch noch aufhängen zu können und nicht in die Ruhestörungszeiten hineinzufallen. Also, ich hab da Probleme), hatte meine Mitbewohnerin T. selbiges schon getan und den Wäscheständer besetzt. Und sie zu bitten, den schnell wieder frei zu machen, das hab ich nach meiner Dauerbelegung neulich, einfach nicht übers Herz gebracht. Statt dessen bin ich lieber heute zu H&M gegangen und habe mich für den ganzen Blödsinn, der mal wieder so typisch ich ist, auch noch mit einem wunderschönen Rock belohnt.

Meine Damen und Herren, so lebt man hier.  

Montag, 5. Februar 2007

Hihi

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Sonntag, 4. Februar 2007

Tagebuch einer geistigen Herumtreiberin

Am Donnerstag ist Klausur, es ist richtig viel zu lernen und ich kann mich einfach nicht konzentrieren. Hier also, als Bekenntnis quasi, und in Hoffnung auf Vergebung und Erlösung (von wem Phae? Vom Bloggott, hm?) eine Liste meiner Tätigkeiten, heute 

~ Ausschlafen, entspannter Vormittag mit dem Tenor und Nudeln mit Käsesauce zum Mittag

~ausgibiege Körperpflege, gut, das ist aber auch wirklich erlaubt, auch wenn man Lernen muss

~ Pedi- und Maniküre, samt Nagellack. Unten gelblich Perlmutt (das klingt sehr viel ekehafter als es aussieht von Manhatten), oben glänzend mit ohne Farbe

~ Probehören der zahlreichen Musik, die der Tenor mir mitgebracht hat. Das AIDA Album von verschiedenen Topstars habe ich gerade durch und vergleichen mit dem Musicalalbum, ist es totaler Schrott, sozusagen CRAP 

~ Sinnieren darüber, wie sehr ich es liebe, verschiedene Versionen von Musicals miteinander zu vergleichen und sinnieren über das Wort Crap, das seit meiner ausführlichen Lektüre von The Order of the Stick (sie Links, unter "Stuff") fest in meinem aktiven Wortschatz ist, obwohl ich gar nicht weiß, was es genau bedeutet und wie schlimm es als Fluch wirklich ist, und wann und ob ich es benutzen darf. 

~ Aber ich komm ja eh kaum dazu, mal englisch zu reden. Crap!

~ Ausgiebiges Herumflänzen in verschiedenen Internetstammlokalitäten, wie Gaia, dem StudiVZ, der Anleitung zum Entlieben usw. 

~ Nachschlagen von "das wollte ich immer schon mal wissen" Begriffen bei Wikipedia wie "Todsünde"

~ Nachschlagen von Soziologen, deren Namen ich eigentlich (wie blöd ist das denn übrigens?) nur auswendig kennen muss im Internet, um sie für mich "besser zu visualisieren" --> bei irgendwelchen ZDF Fernsehbeiträgen gelandet, in denen selbige Autoren ihre neuen Bücher vorstellen und darüber sinniert, dass große Intelligenzt nicht immer mit Medientauglichkeit einhergehen und ob ich auch so werden muss, wenn ich mal berühmte Wissenschaftlerin werden will 

~ darüber sinniert, ob ich wirklich berühmte Wissenschaftlerin werden will

~ während der Ladezeiten des ZDF FErnsehbeitrags eine Zeichnung in Photoshop colorieren wollen, dabei bemerkt, dass mein Graphikpad den Geist aufgegeben hat

~ panisch den Tenor kontaktiert, wegen dem Graphiktablett

~ Mein Scribbles Programm mal aufgeräumt. Kennt jemand Scibbles? Scribbles ist toll, es ist eine Art Notizblog und Zwischenablage in einem und man braucht nicht speichern 

~ Abgewaschen. Wahnsinn, wie viel Geschir hier zusammenkommt, wenn der Tenor mal da ist und wir ein paar Malzeiten zusammen bestreiten

~ Auf der Bananafishbonesseite gewesen und gestöbert  

~ An meiner eigenen Homepage rumgebastelt

 

Samstag, 3. Februar 2007

Lieblingsserien

Monk (gleichnahige Fernsehserie, sehr zu empfehlen) auf einer Modenschau zu seiner weiblichen Begeleitung: Sie dürfen hier auf keinen Fall etwas essen, da hinten haben sich gerade 3 Models übergeben!"

send it

Ich habe eine Sucht. Umsonstpostkarten. Gestern, in der cubanischen Kneipe, mit den Freundinnen, hat es mich mal wieder gepackt. Einen ganzen Stapel habe ich mir vom Klo mitgebracht. Verdammt. Meine dafür vorgesehene Box ist bis oben hin voll, sie platzt bald. Ich nehme nicht nur Karten mit, die mir gefallen, sondern auch welche, die mir irgendwann mal gefallen könnten und welche, aus denen man Dinge ausschneiden könnte, die mir gefallen. Und die, die hässlich sind, wo mich aber interessiert, was drauf steht. Die, die mir wirklich gefallen, nehme ich übrigens doppelt mit. Fast ausnahmslos. Menschliche Eigenschaften wie Sammelleidenschaft sind vielleicht der Grund dafür, dass "es gibt Sachen kostenlos"Gesellschaften, wie der Sozialismus, niemals funktionieren können. 

Umsonstpostkarten also. Manche schicke ich an Freunde, andere hängen - wie es sich für einen studentischen Haushalt gehört - an meiner Wand. Die meisten verrotten aber in ihrer Kiste. Und es werden mehr. Jedesmal, wenn ich weggehe. 

Mir fällt gerade auf, das Entr'acte ja bei Edblogs zu Hause ist. Edblogs von Edcard. Welch Ironie. 

nackig

Ein Tag in der Sauna mit Freunden. Nicht jedermanns Sache und für mich immer eine Überwindung.Und dann, wenn man drin sitzt, ist es großartig und man beschließt, das öfter zu machen. Einer von vielen Vorsätzen, Phaes Weg zum Glück. Öfter Sauna.

Allein der Erkenntnis wegen. Menschen sind wunderbar und sie bestehen auch nur aus Formen. Viele Formen, überall. Diese Leute, die fordern, dass alte Menschen nicht an den Strand gehen und Dicke nicht nur Unterwäsche bekleidet in Talkshows gehen, hab ich noch nie verstanden. Schön, wirklich schön, ist selten da draußen, auch und vor allem in der Sauna und am Strand. Ist das ein Problem? Nicht für mich. Falten, Fett, Bäuche und Muttermale. Man kann nicht umhin, das zu bemerken, es ist um einen herum und man nimmt es wahr. Und man vergleicht. Für mich der Schluss: Menschen bestehen aus Formen, die nackte Wahrheit ist eigentlich unspektakulär. Nach ein paar Stunden zwischen Dampfbad und Eisdusche fiel es auch gar nicht  mehr auf und wenn irgendein verrückter Diktator heute beschlösse, dass alle für immer nackt hermzulaufen hätten, in den Märkten, Schulen und Rockkonzerten, ich wette, wir würden uns blitzschnell dran gewöhnen.  

Donnerstag, 1. Februar 2007

keine morbiden Gerüchte

Außerdem habe ich gestern erfahren, dass sich vor langer Zeit mal ein Lehrer in meiner Schule umgebracht hat. Im Schulklo. Ich versteh einfach nicht, dass sich so eine Geschichte nicht gehalten hat. Sowas bleibt doch eine Legende. Ich hab da Abi gemacht, und nie davon gehört... Komisch.

geiz ist geil

Sorry, wirklich Sorry für diese Überschrift, aber es geht einfach nicht anders. Der lustigste Satz gestern Abend, war eindeutig als  M. der  medizinische Einsänger mit dem fiesen Humor und dem guten Herz (meine Spitznamen werden komplexer, hat's jemand gemerkt) nebenbei erwähnte, dass er mal eine Phase hatte, in der er Tinte sparen wollte und deswegen die halb leeren Füllfederpatronen mit Wasser aufgefüllt hatte.