Entr'acte Gedanken, Erlebnisse, Zitate, komischer Humor... und der Rest von mir.

Einträge "April 2006":

Freitag, 28. April 2006

Der Belgier und die Liebe

Ganz klar. Jacques Brel ist der Größte. Er ist The französischer Chanson, auch wenn er Belgier ist, seine Lieder sind genial und so voller Leben, wie er sie präsentiert, ist einzigartig und was er da schreibt, ist ganz große Kunst. Vor allem über die Liebe. Was für ein Ausdruck, was für ein Gefühl, er spricht allen Menschen gleichzeitig aus der Seele, er kann wie kein zweiter Gefühle in Worte packen.

Jacques Brel ist mir suspekt. Er hat seine Frau und drei Töchter verlassen, um das Leben führen zu können, das er will. Gut, bei einer Frau wäre das Emanzipation. Nun sind mir Männer, die ihre Frauen verlassen nicht gerade sympathisch. Immerhin lebte der gute Mann doch schon zu einer Zeit, in der man darüber nachdenken konnte, wen man da zu heiraten gedenkt. Nun schön, was weiß ich denn schon. Aber drei Kinder? Das ist nicht nett. Und dann... Liebe. In jedem Lied eine andere, meistens sind sie zwar irgendwie großartig und absolut vergöttert, aber hauptsächlich immer schön. Und wahrscheinlich deshalb großartig. Vielleicht auch noch ein bisschen nett.

Was also singt der da? Das ist Liebe? Was meint er? Hat der auch so gelebt? In jedem Song eine andere, immer wieder enthusiastisch über ihre Schönheit und Anmut, mit Feuer und Flamme dabei, aber nur für 4 Strophen, bestenfalls? Das ist "l'amour"?

Wenn ja, kann ich damit nichts anfangen. Kein Stück. L'amour ist ne ganz tolle Sache, soviel ist sicher, aber alles, was ich da bitte schön drin haben möchte, erwähnt der Brel mit keinem Wort. Zwei komplett unterschiedliche Dinge scheinen das zu sein, seine Liebe und meine.

Wie kommt es dann, dass ich Gänsehaut bekomme, dass ich Stellen verstehe, dass er es einfach so genau trifft? In ein paar Zeilen... Liebe ist komisch.


Ein Schritt zurück, um endlich weiter zu kommen

Das war ja so klar. Ich bin rückfällig geworden. Ich war auf seiner Seite.

Aber nicht aus Schwäche, sondern um meine Stärke auszutesten. Dass das wie eine Ausrede klingt, liegt wahrscheinlich daran, dass es eine ist, in Wirklichkeit.
Es fing mit Fotos an. Ich bin drüber gestolpert und hab sie mir alle angeguckt. Ging. Dann war ich auf Animexx und habe mich über einen Umweg zu seinen Bildern getraut. Ging auch. Alles in Ordnung. Dann... war mir scheiße langweilig und ich wollte nur mal gucken und hab festgestellt, dass er nicht mehr da ist, wo ich ihn vermutet habe, was mich so verwundert hat, dass ich seine Welt betrat und nach Gründen dafür gesucht habe. Hab keine gefunden.

Ich war also wieder da. Und... nö. Ich hab nichts von seinen Ergüssen gelesen, kaum überflogen und aber festgestellt, dass er, seit ich seiner Welt den Rücken gekehrt habe, fast nichts geschrieben hat. Er kann nicht wissen, dass ich nicht mehr da war. Wahrscheinlich weiß er nicht mal, wie lange ich da war. Also Zufall? Merkwürdig... Wahrscheinlich hat er nur die Lust verloren.

Ich hab es ganz gut überstanden. Sogar, dass ich ihn heute gesehen habe. Ich war sogar bereit, ihn anzugucken, vielleicht hätte ich sogar genickt. Aber er hat mich ignoriert, es ist ja so leicht, über andere hinwegzusehen, wenn man in den Himmel ragt. Menschen wie er müssen dazu nur geradeaus gucken. Schisser.

Natürlich beschäftig er mich noch, gerade heute, aber auch sonst. Tagsüber und in Träumen. Aber es scheint, dass der Mensch, um den sich meine Gedanken da drehen immer weniger mit dem zu tun hat, der tatsächlich in Fleisch und Blut durch meine Stadt läuft.

Mittwoch, 26. April 2006

Hol ihn, hol ihn unters Dach...

Es hätte so ein schöner Abend werden können. Ich habe den ersten Caipi meines Lebens getrunken. Alkoholfrei, mit Ginger Ale, aber es geht natürlich nur darum, Limetten und Rohzucker zerquetschen zu können und sein Crushed Ice mit den kurzen Trinkhalmen zu zerstampfen. Überhaupt... Limonen, Rohzucker und Crushed Ice... Das sind doch Wörter, die magisch klingen. Da ist so was von Sommer drin... wahnsinn. Ist schon was anderes, als Wasser aus der Leitung zu trinken, so wie sonst immer.
Mit den Caipis fing es also an. Dann gab es leckere Tomaten-Mozarella Toasts und wir haben viel gelacht, Musik gehört und am PC lustige Bildchen angeguckt. Alles war toll.

Bis sie angefangen haben, mit diesen Geschichten. Geschichten von Liedern, die man rückwärts abspielen muss, und die es dann ganz schön in sich haben. Ich weiß, dass das Mist ist. Aber das erste Lied hatte es wirklich in sich, das war echt gruselig. Und dann ist die Gänsehaut bei den anderen einfach nicht mehr weggegangen. Das hört sich aber auch eklig an, wenn man Lieder rückwärts hört. Und da doch schon das ein oder andere Wort verständlich ist. Uah. Und man dann nachts mit dem Fahrrad nach Hause muss.

Das war sogar morgens, am sonnenüberfluteten Frühstückstisch noch gruselig.

Montag, 24. April 2006

Lehren von weit weg

Es ist nicht immer ganz einfach, sie zu verstehen, unsere Dozenten aus Far far away. Dazu kommt, dass der Südamerikaner gegen einen sehr vollen, tuschelnden Hörsaal anreden muss und der Togonese (??) französisch spricht, was das Verständnis naturgegeben auch einschränkt. Aber am meisten lenkt ab, dass man gar nicht anders kann und sich beim Klang ihrer Stimmen einfach Urlaubsstimmung einstellt und Sonne und Palmen und warm und.. far far away eben. Trotz Hörsaal. 

Sonntag, 23. April 2006

menscheling

In irgendeiner Zeitung habe ich einen Artikel gelesen, dass man jeden Tag aufschreiben soll, was man neues gelernt hat. Immer drei Sachen. Das ist schön, das will ich auch.

Heute war ein großartiger Tag.

Ich bin auf einer bodenharten Isomatte aufgewacht, inmitten einer schlafenden Partygemeinde aus der letzten Nacht, Menschen, die ich kaum kenne, aber jetzt schon weiß dass sie großartig sind: mein neues Leben. Ein munterer Morgen mit Aufstehen, Spaß und Frühstück wie im Ferienlager.

Hab jemanden einfach so kennengelernt, durch einen großen Zufall, den beide nicht verstehen können und er hat gesagt, dass ihm meine Art gefällt.

Jemand anderes, auch neu, auch unbekannt, hat gesagt dass Durkheims "Der Selbstmord" und damit sein Soziologiestudium schon ziemlich gut zu seiner Persönlichkeit passt. Es war dunkel und hat geregnet. Was sagt man denn da?

Aber vorher, auf dem Rad, bergab bei einem unerhörten Tempo durch den frühlinglichen Frühabend, da ist das Glück nur so aus mir rausgesprudelt. Ganz breit mußte ich grinsen und laut lachen, damit es raushüpfen konnte, das Glück und in den Fahrtwind zischen...
Current mood: froh

Samstag, 22. April 2006

Tag weg

Ich wollte doch nur Mittag bei ihm essen. Jetzt ist in einer Minute der Tag vorbei und ich bin gerade wieder nach Hause gekommen und meine schöne (lange) To-Do-Liste liegt auf dem Schreibtisch und guckt ganz böse. Man hab ich ein schlechtes Gewissen. Und Kopfschmerzen, die ich verdiehnt habe. Aber den Freitag vergammeln und verquatschen und Abends, wenn andere aus den Löchern gekrochen kommen und feiern gehn, nach Hause fahren, hat ja auch was verrücktes.


Donnerstag, 20. April 2006

Fluch

Scheiß ICQ2go! Da ist man mal nicht zu Hause sondern in der Uni und sollte eigentlich gezwungen sein zu arbeiten und dann so was... schon wieder nur am Chatten. Und am Bloggen. Was soll nur aus mir werden? 

Mittwoch, 19. April 2006

empört

Wenn ich was hasse, dann sind das ja Leute, die vor Ewigkeiten einfach verschwunden sind, nie vorhatten, sich zu melden und mir dann aber noch Kettenmails schicken. Schämt euch!


Das Leben ist viel zu lustig für Fernsehen


Ganz selbstgeknippst, kein bisschen geschummelt
Current mood: Grinsend

Freunde




Hach, ich mag seinen Humor einfach.
Currently playing: AIDA

Dienstag, 18. April 2006

C'est la vie für Arme

Wow, so viele Stunden, so viele Gespräche. Ich bin seit Tagen nicht mehr vor 3 ins Bett gekommen. Zwei mit dem gleichen Schicksal, das muss ja die Näche fressen. Therapie für Arme hat er es gestern genannt, hehe. Aber Selbstmitleid ist auch ein Leid, das man ganz prima teilen kann. 

Jedenfalls wird das gerade ein bisschen mehr das Leben, dass ich will. Mit Reden und Kochen, mit anderen Wohnungen und Filmen, Teekultur und Großstadtnatur. Und Musik. Endlich Leute, die ihre Gitarren überall hin mitnehmen.  Das war es dann eigentlich fast wert. Irgendwie-.

Samstag, 15. April 2006

Blog kaputt?

Wieso stehe ich denn da unter "Fresh Faces", ich hab doch gar nichts gemacht... Und wieso kann ich meine alten Einträge nur im Archiv sehen und mich gar nicht mehr unten zu "älteren Einträgen" zurückklicken? Wenn jetzt die zukünftige Liebe meines Lebens vorbeikommt und hier mal stöbern will, dann geht das alles gar nicht und er verliebt sich in jemand anders, das geht doch nicht... 

Freitag, 14. April 2006

Standhaft

Ich hab komplett vergessen, am Sonntag rumzutönen, dass ich nu schon einen halben Monat nicht mehr in dem Blöd-Blog vom fka. Lieblingsmenschen war und da gelesen hab. Oder sogar einen ganzen? Mist, ich weiß nicht mehr, wie ich mir das ausgerechnet hab, aber es war am Sonntag. Ganz lange schon, also. Geht doch.

Fällt mir gerade ein, weil ich jetzt unheimlich gerne mal da gucken würde. Bei ihm. Was träum ich denn auch so eine Scheiße? Meine Hand hat er genommen und meinte, wir wären jetzt wieder zusammen und ich hab ihn angeschrien, was er dummes Aas sich denn einbilde. Dann meinte er, wir müssten mal reden und ich bin neben ihm hergegangen und hab gedacht, dass ich jetzt schon ganz gerne sein Hand hätte. Mit so einem Traum muss der Tag ja vermurkst werden.

Schuld ist natürlich die großartige T. und das dunkle Lokal gestern, der ich alles alles erzählen konnte, inklusive Minicrush. Immer das gleiche, ich beschließe, dass ich das keinem erzähle und dann geh ich hin und erzähle es T. und sie ist so großartig unspektakulär und lächelt und findet das "doch schön". So wie gestern. Oder ist mitleidig, auch wie gestern, aber nicht so klischeemädchenhaft sondern einfach nur traurig und still guckt sie mich an als ich erzähle und traut sich, mir zu sagen, dass er ihr auch irgendwie fehlt und ich weiß dass sie alles ganz ehrlich meint.

Schön, Fka., der gestrige Tag hat also auch dir gehört, genau wie die Nacht und die unschönen, doch hoffentlich zumindest malerischen Minuten vor dem Einschlafen. Naturvölker glauben, dass Fotographieren ihnen die Seele aus dem Körper stielt. Vielleicht geht das mit dem "An jemanden denken müssen" genauso und es kommt mir gar nicht nur so vor, als wäre er immer mit dabei. Aber eines Tages bin ich fertig damit und werde gar nicht merken, wie ich an was anderes denke und dann hab ich Deine Seele einfach losgelassen und sie fliegt davon und dann kannst Du sehen, wie du die wieder zurück bekommst.

Donnerstag, 13. April 2006

Aida

Hach, Musicals. Diese ersten Töne, eine neue CD, eine neue Geschichte. Böse Zungen behaupten ja, dass sie sich alle gleich anhören. Und wenn. Es ist einfach genial und wenn sie dann lospowern, emotional mit Orchesterverstärkung... hach. I love... 
in: Kultur

Deppert

Da sitzt sie hier und grinst und starrt auf den Bildschirm. Phae? Hallo, Phaeeeeh-äääh! Ich dachte, wir hatten das geklärt... nicht - dieser - Typ!! Hallo! Aufwachen!

Phae: starrt und grinst. Hihi... Freu... Er hat mich angesprochen... Er... mich... Hihi... 

Na prima. Noch macht es Spaß, aber was soll denn da nur draus werden. Und ich dachte wirklich, sie hat zumindest ein bisschen was gelernt. ..
Currently playing: Bad Reputation von Halfcooked

indieluftguck

Ich bin fest davon überzeugt, dass die Situation mit mehreren fremden Leuten im Aufzug nicht so unangenehm wäre, wenn nicht irgendwelche Komiker immer darauf rumreiten würden, wie unangenehm das ist. 

Dienstag, 11. April 2006

Simulation Globale

Das schwerste am Studium sind bis jetzt die Kurse, die die französische Sprache von mir fordern, möglichst fehlerfreien Ausdruck in Klausuren. Ich hab noch nie im Leben so großartig in Prüfungen versagt, wie hier. (Naja. Die Fahrschule hab ich verdrängt.) Ich bin immer noch nicht ganz davon weg, aufzugeben, bevor ich von der Prüfungsordnung aufgegeben werde und das Handtuch schmeißen kann, überlege zu wechseln, bevor ich fliege.

Heute hatten wir mal was anderes, Simulation Globale heißt das, ist ungezwungen, interaktiv und auf französisch. Vier Stunden lang. Angefangen hat es heute mit uns auf dem Boden, in einem Kreis sitzend, ganz entspannt. Die Dozentin hat eine Geschichte erzählt, langsam ist sie mit uns durch Paris gewandert. Ich saß da, hab auf das glatte Parkett des Raumes gestarrt und war ganz weit weg, in Frankreich. Diese alternative Unterrichtsstunde, das Sonnenlicht durch das Fenster und dazu Inmpressionen von einem Amélie-Paris und ihre französische Sprache... das hat mich durchgesprudelt, ich mußte aufpassen, dass ich nicht wie ein Idiot breit zu grinsen anfange. Ich liebe diese Sprache, ich muss einfach weitermachen.
 

Sonntag, 9. April 2006

Komm doch rein

Immer so verlegen, wenn ich Besuch bekomme. Dann steh ich in der Gegend rum und lächle hilflos. Komisch. Vielleicht ist das der Grund, warum Gästen immer erst mal ein Tee angeboten wird, dann hat man was zu tun für die Hände und kann nebenbei das Eis brechen.

Samstag, 8. April 2006

Skyn Wortspiel in Sicht

Das war auch eigentlich überfällig. Ich hab endlich das Skype für mich entdeckt. Und gleich mal stundenlang "telefoniert" mit Webcam und allem... Sehr cool... Kam genau richtig gestern, das nicht Allein-sein-müssen. Grazie.

Irgendwie mag ich diese Technik.
Current mood: noch etwas müde

Freitag, 7. April 2006

Süß

Mal wieder ein kleines Bonbon aus der Kiste der niedlichen Suchbegriffe:

"tamagotchi anleitung wie kann man babys machen?"

Das ist... also... *rumdruchs* Tut mir leid, weiß ich nich.
Currently playing: Kirsten Barry - Ordanary Life

Donnerstag, 6. April 2006

To be contin- sag ich nicht!

Im Thalia sitzen und Bücher lesen, die man dann nicht kaufen muss macht Spaß. Leute beim Bücherkaufen, - angucken und offensichtlich - lieben, auch. (In Wirklichkeit mußte ich immer wieder aufsehen, um zu prüfen, ob er nicht gerade reinkommt. Zwanghaft. Ganz ehrlich, ich gehe mir tierisch auf die Nerven.) Naja, dabei hab ich jedenfalls die Leute beobachtet. Und es hat wirklich Spaß gemacht. Ich bewundere Buchhändlier dafür, dass sie zumindest den Anschein haben, mit jedem Buchtitel was anfangen zu können und unzählige Handlungen von unzähligen Paperbackromanen zusammenfassen und empfehlen können. Wow.
Nur den Anschein, allerdings, bei einem Gespräch wurde die allwissende Buchhändlerin enttarnt. Es ging um Fortsetzungen. "Welcher ist denn nun der zweite Teil?", fragte die Kundin, ""Lieblos" habe ich schon gelesen und "Dunkel" ist zur Zeit wohl der einzige, der noch erhältlich ist, aber..." (Die Namen sind frei erfunden, ich hab die echten nämlich vergessen). Damit wußte sie mehr als die Händlerin und ratlos standen beide vor dem Regal.

Was soll das eigentlich? Ist mir vorher nie so aufgefallen, aber wie blöd ist das denn? Wenn man Bücher schreibt, die offensichtlich zusammengehören, wo Handlung und Personen in den verschiedenen Bänden einer kausalen Reihenfolge unterliegen, wenn Plots und Spannungsverhältnisse aufeinander aufbauen oder Handlungsteile sich erst erklären: warum schreibt dann niemand mehr Nummerierungen auf oder in die Bücher? Ich kann ja verstehen, dass man als kunstästhetischer Autor kein "Teil 2" im Titel haben möchte, aber ein Hinweis im Editorial könnte doch durchaus Standard sein, oder? Wer hat denn noch nie verzweifelte Omis zu Weihnachten gesehen, die sich fragen, welcher denn nun der neue Harry Potter ist oder welchen Teil von "Artemis Fowl" sich der Enkel noch mal wünscht. Ich habe schon mehr als ein eher zweifelfaftes Literaturerlebnis gehabt, weil meine Eltern mir was Gutes tun und ein Buch mitbringen wollten, ohne dass sie ahnen konnten, gerade den dritten Band einer komplexen Reihe gekauft zu haben. Oder ist letztendlich das der geheime Hintergrund: Die Hoffnung auf Fehlkäufe und Nachkäufe um den Umsatz zu erhöhen?

Penny-wise

Eigentlich ein Scheißtag. Verschlafen, dann ne Vorlesung verpasst, stundenlang umsonst umhergegondelt, Fahrstuhl kaputt, mit schmerzendem, verletzem Knie die Treppe rauf in den 9. Stock geschleppt, zu einem Professor, der schon wieder nicht zu seiner Sprechzeit da war, dabei brauch ich doch meinen Schein... und dann ist noch der Jogurt im Rucksack ausgelaufen.
Das letzte ist aber erst passiert, da war ich schon scheiße drauf und hab die ganze Zeit in meinem Kopf geflucht, richtig schlimm, denn da ist es ja unzensiert. Und dann, im Penny die Frauen vor mir an der Kasse. Richtig an der Kasse waren sie gar nicht, da fehlten noch 20cm, dann blieben sie stehen, quatschend. Ich unschlüssig dahinter, was macht man denn nu? Gemäß meines typisch deutschen Weltverständnis hatte ich mich schon hinter  ihnen eingereiht und fühlte mich nun außerstande, die Schlange wieder zu verlassen, das war doch vordrängeln. Also warten, die gehen bestimmt gleich. Hinter mir ein Mann, ähnlich eingereiht wie ich, aber gottseidank nicht so widerlich zaghaft wie meine Wenigkeit, zack stand er an der Kasse, ich dankbar hinterher, von den Damen unbemerkt. Ich räume die Sachen aufs Band, denke dass ich eigentlich vor ihm war, mir das aber egal ist, er hat nur zwei Sachen und wenn er nicht gewesen wäre, ich weiß schon, wo ich gerade abkacken würd, ich Nase. Also grinse ich, in dem Moment dreht er sich um, unsere Augen treffen sich.
"Tja, was soll man da sagen," sagt er und fragt sogar: "Willst du noch vor?" Ich lehne dankend ab und freue mich. Ein Grinsen, ein netter, fremder Mensch, was zum Lächeln. Und das bei meiner schlechten Laune.

Hat mir den Tag gerettet.

Dachte ich. Und dann ist der Jogurt ausgelaufen.
Current mood: Jetzt grinsend

Frollein K. und der Sommer

Es gibt Sachen, die ich so unheimlich gerne mag, dass man sie eigentlich als festen Bestandteil meiner individuellen Persönlichkeit bezeichnen müßte - wenn es nicht fast jedem genauso ginge. Ich mag die Ärzte und Wir sind Helden, ich mag Die Fabelhafte Welt der Amélie und Pulp Fiction, Hayao Myasaki (?) und Douglas Adams, Sommer, Palmen und das Mittelmeer, und ich mag Sarah Kuttner.

Das blöde an Ideen, Gedanken und Erlebnissen ist, dass sie sich entweder als guten Einleitungen oder als guten Hauptthemen eignen - und nur in Glücksfällen zu beidem. Was mach in denn jetzt mit diesem Gedanken?

Ich könnte das erzählen, wobei er mir gekommen ist, obwohl ich das ursprünglich gar nicht erzählen wollte. Ich mußte mal wieder zwei Stunden Wartezeit in der Stadt überbrücken und bin todesmutig - (fiktive?) regelmäßige Leser erinnern sich an meine Horrorbegenung und demütigende Flucht bei der letzten ähnlichen Gelegenheit - wieder in den Thalia gegangen. Nachdem ich mich innerhalb von 5 Minuten überzeugt habe, dass die Harry Potter Parodie natürlich doch das allerletzte ist und nicht etwa gut und witzig, wie mir angeraten wurde, hab ich die restliche Zeit mit dem Sarah Kuttner Buch verbracht, in dem ihre Texte aus der Süddeutschen vom letzten Jahr gesammelt sind. Hm, über vieles hinweggelesen, etliches sehr sympatisch gefunden und einige Male hörbar gelacht.

Sarah Kuttner hat für mich - und wenn ich sie wäre, würde ich das lächerlich und blöd finden - so ein Sommerfeeling. Genau wie Wir sind Helden. Weiß nicht, warum. Sommer in der großen Stadt und Parties mit Freunden auf Balkonen und fröhliche Farben und, fragt mich nicht, wie ich das meine, Blumen. Dabei sind die Damen und Herren als Einwohner der Bundesrepublik, doch eigentlich als Sommersonnenrepräsentanten ähnlich ungeeignet wie ... wie... Jetzt fällt mir tatsächlich kein Vergleich ein. Egal, es ist bekannt was ich meine. Die Wolkendecke. Der Regen. Deutschland. Ihr versteht schon.

Ich werde mir das Buch übrigens nicht kaufen. Ich finde das hat Thalia verdiehnt. Wo doch neben so einem unverschähm einladenden Giganten die kleinen Lädchen keine Chance mehr haben und man da trotzdem ständig hingehen muss. So.


Currently playing: Die Musik aus Amélie

Terror

Da lädt der sich einfach zu mir nach Hause ein! Ich bin entrüstet... ich hatte nicht mal die Chance, Nein zu sagen... Und jetzt muss ich auch noch aufräumen - es sei denn, mir fällt ganz schnell eine dringende Beschäftigung für morgen nachmittag ein.

Krankenbesuch, pha! Kennenlernen, ja super! Grrrrrrrrrr. Mal ganz im Ernst, wie regelt man so was?
Ich will nicht meine ganze Freizeit mit dem verbringen, ich habe Freunde, verdammt! Und ich will mich nicht diesem ganzen psychischen Streß aussetzen. Wenn er was von mir will und da draus nix wird, sollte das sein Problem sein und nicht meins. Verdammt.
Current mood: Ärgerlich

Dienstag, 4. April 2006

Danger Danceing

Das war alles ganz anders geplant. Ich wollte über den Mailfreund schreiben. Der mich vor vielen Jahren abserviert hat, per SMS, im Urlaub, zwei Tage nach meinem Geburtstag. Mit so einem Verhalten disqualifiziert man sich natürlich von Liebeskummer und Hinterhertrauern jeder Art und - das habe ich später daran gemerkt, wie gut ich über ihn hinweggkommen bin - so ganz große Gefühle waren das gar nicht. Es ging mir also ziemlich schnell wieder gut, genauer gesagt nach zwei Stunden. Dann bin ich nämlich mit Freunden Essen und Tanzen gegangen, das war zu meiner Tanzschulzeit, also "richtig" tanzen, wir haben neue Leute kennengelernt und es wurde der beste Abend des ganzen Urlaubs. So einfach war das damals, was für ein emotionaler Triumph.
Was für eine Ironie, dass ich mit genau diesem Mailfreund als gestern meine erste Tanzstunde hatte. Kein Zufall, ah-ah, das war geplant. Ich weiß ja selbst nicht, was das soll. was kann ich denn dafür, wenn er an dem Tag von sich hören läßt, an dem der Fka. mich verlassen hat? Na bitte.

Naja, so hatte ich das schreiben wollen. Dann bin ich beim Tanzen umgeknickt, meine Kniescheibe hat ihr Recht auf Automie geltend gemacht, ist aber nach sekundenbruchteilen zurück gekommen und der Abend war gelaufen. Und der Tag heute, den hab ich nämlich beim Artz verbracht, 4 Stunden lang. Inklusive eines filmreifen Ohnmachtanfalls im Wartezimmer.

Dannach wurde ich in irgendeinen Raum auf eine Liege gelegt, und an einen Blutdruckmesser geschlossen. Blöd, wenn man ohnmächtig wird, man kann gar nicht machen, alle regen sich auf, huuuuu! Und man sitzt da und als Rebellion gegen die wortwörtliche Ohn-Macht ist man innerlich ganz cool, sarkastisch und freut sich über den eigenen Humor. Und spielt mit dem Blutdrcukmessegerät, das "Piiiep Piiiep" macht. Ich hab versucht, es zu steuern und langsamer oder schneller Piepen zu lassen, erst einfach so und dann, indem ich an den Fka gedacht habe, den Mailfreund, den Zoojungen, den... Hat geklappt. Hehe.


Montag, 3. April 2006

Kleiner Strahl

Wow, ist das ein Gefühl, wenn man auf dieses Singleprofil, das man nur aus Spaß, dann aber mit Engagement ausgefüllte Singleprofil eine Nachricht bekommt, dass es total begeistert hat und man gerne kennengelernt werden möchte. Freu, freu, rumhüpf, freu, ich habe begeistert!  
Current mood: Glücklich

Vorlesungsreiche Zeit

Schöner Tag! Endlich Uni, endlich mit dem Fahrrad (dem Neuen, das schon einen Namen, eine Identiät und eine innige Bindung zu mir- also eigentlich ja ich zu ihm - hat und definitiv eine Sie ist) zwischen den Fakultäten pendeln, Leute treffen, Seminare, Übungen, Vorlesungen, alles so interessant und quatschen und lachen und Mensa, richtig mit Kommilitonen zusammen... Wenn das Semester so weiter geht, wie es heute angefangen hat und dann noch Sommer wird, dann... hach, das wäre toll! ^^

Auch wenn die erste Woche ein bisschen extra Streß ist, weil ich ja seinen Stundenplan nicht kenne und er mir quasi jederzeit begegnen könnte. Wobei mir einfällt, dass ich die Anleitung zum Entlieben ja langsam genug gelobt habe, aber vor allem dieser selten genial war. Einfach... Ja. Nicht, dass ich schon mal so ein Gespräch geführt hätte, aber die Wand kenn ich schon.

Sonntag, 2. April 2006

Eine zweite Chance

Diese Szene mit Sandra Bullock eben, auf Vox, wo sie verzweifelt weint, weil ihr Mann sie verlassen hat, ist gut gemacht. Vor allem, dass sie auf einer offenen Toilette liegt. Find ich gekonnt dargestellt.  
in: Kultur

Hingestarrt

Mal wieder Straßenbahn, mal wieder nichts zu lesen, mal wieder die Leute angestarrt. Gott, gucken die finster. Der Mann da, zum Beispiel, aber selbst der ist noch nichts gegen das Mädchen hinter ihm. Ich suche nach Worten. Finster war schon gut. Verkniffen. Grimmig. Ich kann sie förmlich hören. Grrrrrrrr... grrrrrr... grrrr, guck mich nicht an! ´M. hat mal erzählt, dass Großstädter so unfreundlich sind, um anonym zu bleiben und somit ihre Identität zu wahren. Hab ich damals nicht ganz verstanden. Das Mädchen sieht nicht aus, als würde sie sich für sowas interessieren, aber vielleicht ist das ja totzdem der Grund für ihre Grimmigkeit, vielleicht will sie sich schützen.
Ich kann nicht aufhören, sie anzustarren. Weiß die eigentlich, wie sie aussieht? Die zieht ihre Augenbrauen doch absichtlich so tief, oder? Dazu der verkniffene Mund, das übertriebene Make Up zeichnet Kanten und Konturen, die den bösen Eindruck verstärken. Brummig. Sie ist nicht dick, aber auch nicht zierlich und mit diesem Gesichtsausdruck sieht sie aus, als könne sie es locker mit einem Braunbärweibchen aufnehmen. Ob die auch vor dem Spiegel steht, frage ich mich, und feminin, anmutig und begehrenswert aussehen möchte? In dem Moment greift sie sich ins Haar und zieht den einen, wasserstoffblond gefärbten, geflochtenen Seitenzopf nach vorne, da wo er hingehört. Energisch, missmutig. Aha, ein Seitenzopf. Aha, mit Blümchengummi, eine rosa Stoffblume. Rosa ist auch ihr T-Shirt und die Aufsätze ihrer schwarzen Jacke. Make-Up also, ein rosa Blümchen, rosa Kleidung. Rosa... Mädchenhaftigkeit, Jugend, Fröhlichkeit, Liebreiz. Und dazu eine Mimik wie ein wütender Mähdrescher. Und sicherlich nicht den Hauch einer Ahung dieser mutig kombinierten Gegensätze. Faszinierend.

Aber wer weiß, was die Leute von mir denken. In diesem Moment jedenfalls, habe ich angefangen, zu lächeln. Nicht über die, einfach, damit nicht jemand dasselbe denkt, und mich da mit zuzählt.


Samstag, 1. April 2006

Hilflose Smilieys

Das gute am ICQ ist, dass man sich auch über lange Distanz nah sein kann, oder einmal durch die Stadt.
Das schlechte ist, dass man nicht diese ganzen verständinsvollen Bilcke, Nicken und "Hmmm"s zur Verfügung hat, die man doch braucht, wenn einem jemand sein Herz ausschüttet und es richtig Hardcore wird. Was schreib ich denn jetzt?

No way

Wenn Träume einen den ganzen Tag begleiten, waren sie entweder unglaublich gut oder besorgniserregend. Dieser war beides...

Ich habe mit diesem Jungen schon so lange abgeschlossen. Das war seit Jahren kein Thema mehr. Ich hab nur an ihn gedacht, wenn ich "Der Tag" von Farin Urlaub gehört habe und das war gut so. Bald kam der Fka. Lieblingsmensch und mit ihm eine ganz andere Welt. Meine Welt. Das war alles so richtig.

Fka. ist weg, meine Welt im warsten Sinne des Wortes entr'acte, seit Monaten schon und nun ist er wieder da, der Mailfreund. Und ein paar Anspielungen, ein bisschen grinsen, eine beste Freundin, der das gar nicht gefällt und... und dieser Traum. Viel schöner, als er eigentlich sein sollte... und deshalb beunruhigend. Und den ganzen Tag mit dabei, ein bisschen. Hat mir sogar schlechtes Gewissen gemacht, als ich mit meiner besten Freundin telefoniert hab. Wie blöd.

Mit Fka war alles richtig... bis ich mich in einer Lache aus meinem eigenen Erbrochenen wiedergefunden habe, eben.  Mit dem Mailfreund ist gar nichts richtig. Es ist einmal schief gelaufen und... und das ist gar nicht die Welt wo ich hin will. Ganz einfach also eigentlich. Blöde Träume.
Currently playing: Fettes Brot

Zusammengetreten.

Gute Musik. Gute Freunde. Großartiges Gefühl beim Tanzen. War ein richtig schönes abend, gestern. Bis wir aus dem Club rausgekommen sind.

Die haben doch tatsächlich mein Fahrrad zusammengetreten. Ihr blöden §$%&%, wenn ich euch §$%&§, dann §$%& und §%$%$ ich euch in die §$%&$% das und §$%$§$ bis ihr nicht mehr §$%§$%, ihr §§$%§$!
Und alles was ich tun kann, ist, eine Anzeige bei der Polizei aufzugeben... Grrr...

Aber ich hab jetzt ein neues Fahrrad, ein richtiges Schnuckelchen. Wehe, dem wird auch nur ein Haar gekrümmt. Dann... dann... dann fahr ich Skateboard.