Entr'acte Gedanken, Erlebnisse, Zitate, komischer Humor... und der Rest von mir.

Einträge "Oktober 2005":

Freitag, 28. Oktober 2005

Unierkenntnis

Was ich heute Wichtiges in meiner furchtbarsten Vorlesung gelernt habe? Wenn ich nebenbei mit Hingabe kleine Zeichnungen fabriziere, wird meine Handschrift beim gelegentlichen Doch-mal-mitschreiben viel schöner. Ist echt wahr.

Vom Glück, jemanden 12 cent wert zu sein

Gestern Abend im Bus: Es wird dunkel, die Lichter sind an und das macht die Stadt ein ganz bisschen weihnachtlich. Mein Handy brummt in der Hosentasche, die Sms macht kein Geräusch, weil es noch vom Tag leise gestellt ist. Das Display leuchtet gelb und ich denke, wie sehr ich das kleine blinkende Briefsymbol liebe. Post. Und, vielleicht weil ich erschöpft bin, vielleicht weil unheilbar kitschig – ich glaube es lief auch gerade was sehr rührendes im Player, statt sofort zu lesen was wer schreibt, habe ich tatsächlich einen Moment draufgestarrt und versucht zu realisieren, dass jemand gerade an mich gedacht hat; vielleicht jetzt gerade an mich denkt. Jemand der mich lieb oder mag, jemand den ich liebe. Wie schön. Ich bin Teil einer Gemeinschaft... Mach ich sonst nie, ehrlich, hab mir richtig ein paar Momente Zeit dafür genommen. 

Ich hab sie natürlich doch gelesen. War Vodaphonewerbung.

 

Im Bus unvermittelt laut zu lachen, ist doch auch mal schön.

Ein kleines bisschen perfekt

Das Beste an meiner allerfurchtbarsten Vorlesung ist, dass vorher immer in dem Raum Mathe stattfindet und mein Prof. nie die Tafel wischt. Also, so schlimm es auch wird – ich habe nie wieder Mathe und kriege das immer wieder vor Augen geführt. Danke! (Auch an die Komillitonen, die sich darüber immer unterhalten. Soll schwer sein, was? *sing* Nie wieder Mathe, nie wieder...

urban details

Vielleicht sollte ich eine Rubrik dazu machen: Die Unterschiede zwischen dem Leben in der Stadt und auf dem Land. Sind mehr als man glaubt. Beispiel?

Ich habe geglaubt, ein Unterschied bestehe darin, dass man, will man zu seiner Spaziermusik laut mitsingen, in der Stadt seltener dazu alleine genug auf der Straße ist. (Ja, natürlich singe ich laut mit. Wenn ich Musik höre, bin ich nicht in der Lage, zu verhindern, dass man das sieht. Und ich kann Leute nicht verstehen, bei denen das nicht so ist. Wenn ich nicht das mindeste Bedürfnis habe, mitzuwippen, warum stopfe ich mir dann eklige Plastedinger in die Ohren?) In Wirklichkeit aber besteht der wahre Unterschied darin, dass man auf dem Dorf fast sicher sein kann, dass einen niemanden hört, wenn man niemanden sieht. In der Stadt hingegen sind überall Ecken und Vorsprünge und was nicht alles, wohinter natürlich doch jemanden steht und einen mit großen Augen anstarrt. Bushäuschen zum Beispiel. Verdammt...

Currently playing: Ich glaube, das waren die Wohlstandskinder...

Samstag Morgen, um zwölf, in Deuschland

Aaargh, verdammt, ich habe tatsächlich meine eigene Immatrikulationszeremonie verschlafen!

Ich kann seine Sprache

Ich habe endlich das zweite Helden-Album gehört und dachte erst, es sei, wie ich erwartet hätte: die bekannten Lieder ganz toll, der Rest ganz okay und dann... Darf ich das behalten? Beim ersten Hören unglaublich rührend, niedlich und schön; beim zweiten Hören dann wie ein Schlag ins Gesicht oder besser ein Schubs in eine watteartige Flüssigkeit: dieses Lied handelt von mir, das ist die Geschichte meiner Gefühle als ich ihn damals kennen gelernt habe. Vielleicht war es auch vom ersten Moment an Liebe, vielleicht wirklich die große, vielleicht wurde es dazu später erst – es war auf jeden Fall von Anfang an ein „Darf ich das behalten?“  

 

Das ist über zwei Jahre her und natürlich bin ich weit davon entfernt, aufzuhören, darüber nachzudenken... Und jetzt diese neuen Worte und Gedanken, die mir die Lieblingsgeschichte meines Lebens erzählen...

 

Hm. Darf ich den Text hier einfügen? Ich hab doch schon erwähnt, dass er nicht von mir ist, oder?

 

Bitte, darf ich das behalten?
Behalt meine alten Träume,
kannst sie verwalten, wie du willst.
Halt die Welt in deiner Gewalt.
Aber nimm deine kalten Hände
Von meiner Hand.


Ich geb dir meinen Verstand dafür,
Ich geb dir mein Wort.

Ich will für immer stumm sein -

Aber nimm das nicht fort von mir.

Ich weiß, du nimmst alles,

was du willst zu dir.

Aber das hier bleibt hier.

 

Darf ich das behalten?

Ich brauche nichts mehr.

Darf ich das behalten?

Ich geb alles her.

Darf ich das behalten?

Ich brauche nichts mehr.

Ich brauche nichts mehr.

Als das.

Ich brauche nichts mehr.

 

Darf ich das behalten?

Ich hab’s gefunden

Zerknittert und scheu

Saß es zwischen zwei Stunden

Bevor alles neu war

Und zwischen zwei Blicken, zwei Schritten im Sand

Fand ich’s in meiner Hand

 

Ich geb dir meinen Verstand dafür ...

Darf ich das behalten? ...

 

Darf ich das behalten?

...

Ich kann seine Sprache

Ich lauf hinter ihm her

Und dann läuft es mir nach

Und ich halt es geborgen

In meiner Hand

Ich schlaf bis zum Morgen mit dem Rücken zur Wand

...

Neue Rubrik: er

Jetzt tue ich es also doch. Wenn mein Leben sich nur um ihn dreht, sollte mein Blog zumindest daran teilhaben. Schließlich will ich auch alles dokumentieren, auf keinen Fall verbergen und finde selbst die Liebe der Menschen spannend, wenn mal etwas näher dran kommt, als nur händchenhaltende Pärchen auf der Straße zu beobachten.

 Ich hoffe, keine Grenzen zu überschreiten, keine Geheimnisse zu verraten und keine Anonymität zu verletzten. (Schon gar nicht meine. Hrem.)

 

Jetzt also er. Der Name ist Mist und nur vorrübergehend. Wenn mir doch nur bald der richtige einfallen würde. 

Montag, 24. Oktober 2005

Inspirationserror

Total schön: Beim Fahrradfahren die Hand zum Abbiegen rausstrecken und ihr hinterhergucken, wie die Landschaft hinter ihr vorbeifliegt und in die Kurve geht. Einer dieser Momente, die mich intensiv DAS malen lassen wollten, obwohl ich genau weiß, dass das nicht geht. Selbst wenn ich könnte, wie ich wollte; dieses Glücksgefühl, die Geschwindigkeit, die Bewegung sind auf einem Bild einfach nicht darzustellen, und wenn man den Hintergrund noch so kunstvoll verwischen läßt.
Verdammt.
Aber was fange ich denn jetzt an, mit meiner Hand und der Inspiration inklusive? Würde gut in ein Musikvideo passen...

Current mood: Schnupfig

Freitag, 21. Oktober 2005

Diese Blogsache fasziniert mich. Vor allem die Statistiken könnte ich mir stundenlang angucken. Und wenn ich mich dann mal von den Zahlen, die beweisen, dass das hier tatsächlich ab und zu jemand liest, mal lösen kann, ist am allercoolsten die Tabelle mit den Suchbegriffen. Schön zu wissen, dass auch andere Menschen sich für die Wohlstandskinder interessieren. Aber wer sucht denn bitte nach "heftige Scheisse"? Und warum?

[...]

Ach, was soll's: wenn du, der du nach heftiger Scheisse gesucht hast, das hier zufällig liest (vielleicht, weil du schon wieder- höhö) dann antworte doch bitte. Warum tust du das?

PS: Prima. Fünf Minuten über das Thema nachgedacht, Eintrag dazu verfasst und erst dann fällt mir auf, dass es ein bisschen beleidigend sein könnte, wenn Leute nach "heftiger Scheisse" suchen und hier landen. 

Current mood: Kopfschmerzen

muckelbuchte

Meine Steckdose knistert. Laut. Ich hab Angst. 

@uni-rostock.de

Eine Woche Student und schon soo viel gelernt. Zunächst einmal die andere Sprache. Das heißt nicht mehr Lehrer, sondern Prof, nicht mehr Tussi, sondern BWL-Studentin. (Jaah, großes Sorry. Nehmt das nicht so ernst...)

So faszinierend, alles. Die Uni ist wie ein Organismus, ein großes lebendes Wesen, ein Tier, das die ganze Stadt ausfüllt. Nach 13 Jahren heruntergekommener Betonklotzschule ist es einfach großartig, sich in Räumen und Gebäuden mit Gewölben, Bögen, und Verzierungselementen aufzuhalten und neben Säulen und Statuen zu lernen und durch Bogenfenster auf sonnenbeschienene Herbstbäume und Höfe zu schauen. Oder die Innenstadt, die zu meinem neuen zu Hause geworden ist.

 

Ein bisschen Angst vor dem Stress und den Anforderungen, klar. Aber wenn man genau hinsieht ist nicht alles gruselig höchstniveuig geworden. Die Tische sind bekritzelter als in der Schule – nicht unbedingt klüger, aber manchmal etwas interessanter. („Mein Pony will nach Hause.) Und gestern in der Cafeteria habe ich einen Studenten gesehen, der Harry Potter gelesen hat. Na also...

Jetzt muss ich nur noch lernen, bei etwas mehr Lärm als früher zu lernen und zu schlafen. (WG) Aber das krieg ich schon hin, notfalls setze ich mir für beides Kopfhörer auf...

Warum eigentlich haben so wenige Männer eine schöne Handschrift?

B-Seitosophie

Es ist großartig, wenn man ein Lied mag. Dieses Gefühl, wenn man Musik hört, die schön ist, oder traurig, die Spaß macht. Es ist großartig, wenn man ein neues Lied hat, das man mag. Eins, durch das Repertoire an schöner Musik, die man hören kann, ergänzt wird.

Besonders schön ist es, wenn man ein Lied mag, das man vorher nicht mochte. Vielleicht, weil man auf einem Konzert war und es einfach genial war, vielleicht, weil sich im Leben was verändert hat und das Lied jetzt was bedeutet, oder einfach, weil man die Lieder von der CD, die man vorher mochte, jetzt so oft gehört hat, dass sie einem aus den Ohren rauskommen. Was die anderen Lieder unheimlich aufwertet. Es ist ein ganz besonderer Luxus und ein schönes, bereicherndes Gefühl, Lieder zu mögen, die man vorher nicht mochte.

Currently playing: Xavier Naidoo - seine Strassen

dry

In “Hey Hey Hey!” (nichtsodolles Buch) schreibt der Typ, dass er die Handabpuster in Toiletten nicht mag, weil ihm das Wasser da immer in die Ärmel reinläuft. Finde ich komisch. Passiert mir nie.

Die Dinger sind laut und unympatisch, sie trocknen die Hände nie und man fühlt sich nur lächerlich gemacht, wenn man da steht und aussieht, als würde man genau das noch erwarten, obwohl die ganze Welt es längst besser weiß.

Straßenbahnerkenntnisse

Ich finde, es macht Menschen schön, wenn sie Bücher lesen. 

Nous sommes des etranges

Ich liebe es, die Soundtracks von Filmen oder Musicals zu hören, die ich noch nie gesehen habe. Nicht, dass ich das ständig tun würde, dazu fehlt mir die Geduld. Aber es kommt vor und dann kann ich gar nicht anders, als mir über die Choreographie und Darstellung einer Szene Gedanken zu machen – eine schöne Beschäftigung für lange Auto- oder nervige Straßenbahnfahrten.

Currently playing: sans-papiers , Richard Cocciante „Notre-Dame de Paris“

Mittwoch, 5. Oktober 2005

Am Ende nichts

Na toll, gerade aus dem Urlaub zurück erfahre ich als erstens dass (mein Goldfisch tot ist - ohne Scheiß) die großartigen The Wohlstandskinder sich auflösen werden. Wenn die Ärzte das auch noch machen, bin ich ein musikalisches Waisenkind. (Hrmpf. Naja.... )

Eigentlich der richtige Zeitpunkt für eine Hommage. (Keine Zeit) oder um sich darüber aufzuregen, dass das nächste der wenigen Abschlusskonzerte in Hamburg  statt findet (Keine Lust).

Statt dessen werde ich diesen Eintrag nur einb bisschen trotzig unter "Klutur" einordnen.
Currently playing: Judas stirbt immer noch...
Current mood: Nur ein ganz kleines bisschen traurig
in: Kultur

So, aus Thailand bin ich nun also wieder glücklich zurück... (endlich wieder eine Tastatur, wo alles an seinem Platz sitzt.)

... um gleich bekanntmachen zu müssen, dass sich meine Internetzugangsmöglichkeiten sehr einschränken werden, da ich ja umziehe und noch keinen Anschluss habe.

Vielleicht finde ich ja ab und zu ein kleines Schlupfloch in die Welt des Internets, aber ansonsten werde ich wohl  in den nächsten Wochen  hier gezwungen sein, mich auf die reale Welt zu begnügen und mein kleines Blog auf sich allein gestellt zurücklassen müssen. (*seufz* Irgend jemand im Olymp scheint mich ernsthaft daran hindern zu wollen, mir auch nur annähernd so was, wie einen kleinen Kreis von Lesern aufzubauen... )

Currently playing: Judas' Death aus Jesus Christ Superstar