present perfect ♥ Besserwisserin ♥: hausgemacht


♥ Besserwisserin ♥

Steal a peep at me and tippy-toe into my world! God save the Queen - and her shoes... **********************************************************************************************

Einträge "hausgemacht":

Samstag, 31. März 2007

in die Leere lächeln

"Was macht die Liebe?", fragte er sein Gegenüber und nahm einen tiefen Schluck aus der Kaffeetasse. Sie sah ihn über den runden Tisch hinweg an und überlegte insgeheim, was sie ihm sagen sollte. "Sie sitzt hoch oben auf einem Ast. Und schaukelt baumelbeinig mit den Füßen und schaut belustigt auf mich herunter. Sie rührt keinen Finger." Verlegen blickte sie zu Boden und stieß mit dem absatzbewehrten Fuß an das Tischbein. Er startete einen neuen Versuch: "Das kann ich mir ja gar nicht vorstellen. Ist die Stadt etwa zu groß und dein Herz zu klein?" "Es gibt ja noch nicht einmal jemanden, den ich nett finde." Sie blickte wieder auf. "Was bin dann ich?" "Du bist nett, sehr nett." "Zu nett?" Sie seufzte. "Genau richtig nett." Am Nebentisch lud die blonde Kellnerin gerade die beiden leeren Teegläser klirrend auf ihr Tablett. Er schwieg und versuchte es mit einem Lächeln, was er schnell bleiben ließ. "Was macht das Leben?", stellte sie nachdenklich in den Raum. "Das Leben füllt die Leere, welche die Liebe hinterlässt, wenn sie geht", erwiderte er nach einer Weile sanft, und diesmal klappte es mit dem Lächeln.

Currently playing: Aerosmith - Beyond Beautiful

Dienstag, 28. November 2006

Vorfreude von und mit der Besserwisserin...

 

-Kalender entfernt, sonst gibts hier jedes Weihnachten ein Pop-Up-Chaos-

 

Darf ich vorstellen? Das Werk meiner letzten vertrödelten Stunden am PC, ein Adventskalender für euch. Selbstverständlich erst ab Freitag erforschbar... Ich hoffe er gefällt euch, jetzt muss ich mir nur noch überlegen, wie ich das gute Stück hier dauerhaft in die Seite einbinde... Das ist eben der Nachteil an vorgefertigten Automatikblogs. Naja, mir fällt schon was ein, ich wünsche für heute erstmal gute Nacht allerseits!

Dienstag, 31. Oktober 2006

Condoleeza I - Schreck lass nach

Lane erbarmt sich angesichts der welken Pflanze: Heizungsluft ist Gift und Kaffee sollte man nach Mglichkeit auch nicht in unschuldige Blütenmeere kippen. Traurige Blütenmeere. In Quietschpink, nebenbei bemerkt. Sie hält ein benutztes Limoglas unter den Wasserhahn und füllt es bis zum Anschlag. Aber als sie es, gnädig und beflissen, wie sie ausnahmsweise ist, über dem Topf auskippen will, gleitet es aus ihrer Hand un zerschellt klirrend auf dem unebenen Parkettboden. Lane macht einen Satz rückwärts, wobei sich ihre Sternensöckchen mit Spritzwasser vollsaugen; sie sieht sich panisch um und rettet sich unbeholfen auf den Küchentisch, die dunklen Haare kreuz und quer vom Kopf abstehend. "SPINNE!", kreischt sie, und bemüht sich, nicht zur Fensterbank zu schauen. "EVE!!" Eve blickt erst von ihrer Modezeitschrift auf, als Lane wie wild mit den Armen fuchtelt, und nimmt verwundert ihre Kopfhörer ab. Man hört leise Eighties zu ihren besten Zeiten. "Was hast du gesagt?" "SPINNE!" Wortlos und in Rekordgeschwindigkeit steigt Eve über die Sofalehne, eilt zum Tisch und lässt sich wenig elegant neben Lane nieder, sie zieht ihre Beine nach und begutachtet misstrauisch den Fußboden. "WO?" "Da drüben", flüstert Lane und deutet mit dem Kopf den Fundort an, selbstverständlich ohne Blickkontakt zum Monstrum. "Nein, das kann doch nicht wahr sein, deine Mutter will uns wohl alle umbringen!", zetert Eve, als sie die Spinnenquelle ausfindig machen kann. "Tropische Arten einschleppen und ihre Tochter samt arglosen Mitbewohnern von achtbeinigen Auswüchsen der Hölle heimsuchen lassen, verdammte scheiße!" "Na gut, Hortensien sind nicht besonders tropisch, aber... Aaah, da bewegt sich was!" Die kleine Spinne, von zerplatzenden Gläsern und schreienden jungen Damen aus ihrem Versteck gelockt, verzweifelt auf der Flucht, hat es bis auf die Anrichte geschafft und setzt sich ohne Hintergedanken auf Marleys SZ. "Da drüben! Sie sitzt auf Condoleeza Rice, mitten auf der Titelseite!" "Scheiße, verfluchte, ich fass die nicht an!"

"Mist ist das dunkel, es ist doch erst halb sechs. Kommst du an den Lichtschalter, Lane?" Lane schaut in Richutng Küchenzeile und lacht verächtlich. "Keine Chance, das ist feindliches Territorium. Aber vielleicht sind da drüben in der Schublade noch ein paar Kerzen von deinem letzten Romantiktrip.", entgegnet Lane, und Eve beugt sich weit nach vorne, um nachzusehen. Tatsächlich ertastet sie, vielleicht mehr der Nase nach, eine halb heruntergebrannte L'Occitane-Duftkerze. "Juhu, ich hab eine!" "Und auch ein Feuerzeug?" "Scheiße, haben wir sowas überhaupt hier? Mein Einziges ist in meiner Ausgehtasche für die Gelegenheitszigaretten." Lane erkennt den Ernst der Lage, seufzt, und läuft blitzschnell durchs Zimmer, um den Lichtschalter an der gegenüberliegenden Wand zu betätigen, nur um sich im selben Augenblick wieder zu Eve auf den Tisch zu retten. "Aber Lane, schau mal, mein alter Yves-Nagellack war hier drin!" "Scheiße, wann kommt Marley nach Hause?" Eve malt Lane Herzchen auf die Fußnägel. Und die Zehen. Sie warten. Bis das Telefon klingelt. "Ich muss da rangehen, Nachrichten von der Außenwelt, vielleicht ja auch Marley, wo ist das Telefon, verdammt?" Eve folgt dem Piepen mit den Augen: "Da drüben. Condoleeza sitzt obendrauf."

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Montag, 30. Oktober 2006

Vergessen ist so leicht

Eve sitzt im Treppenhaus, auf der obersten Stufe, in der dritten Etage. Mittlerweile trägt sie Jeans und Bluse, auch Lippenstift und Haarbürste haben ihre Schuldigkeit getan. Eve hat gelogen. Sie hat Lane erzählt, ihr Platon sei perfekt. Das war er, bis sie herausgefunden hat, dass er verheiratet ist. Verheiratet; Student, aber verheiratet, sie hatte ihm zunächst kein Wort geglaubt und ihm eine saftige Ohrfeige verpasst, sie hatte gedacht, er wolle sich vor dem Schlussmach-Post-It drücken. Aber es ist wahr, er lebt und liebt und schläft zusammen mit seiner Jugendliebe, der Ersten; eine graue Maus mit aschblondem Haar, einem dümmlichen Grinsen und den selben Perspektiven wie eine Gebärmaschine. Was findet er nur an ihr? Oder fand. Allzu groß kann die Liebe nicht mehr sein, wenn er wahllos mit Kommilitoninnen vögelt. Hoffentlich nicht zu wahllos. Eve will sich besonders vorkommen, Eve braucht immer eine Extrawurst. Aber Platon ist so aufmerksam, zuvorkommend, liebevoll. Auch liebevoll, zärtlich, großzügig, einfühlsam. Sie will ihm nicht noch mehr ihrer Adjektive schenken, sie fragt sich nur, wie so jemand seine Frau betrügen kann. So ein toller Mensch. Aber Eve beschließt, ihm Zeit zu lassen, natürlich will sie ihn ganz für sich, aber das braucht eine Weile. Für den Moment kann sie mit der Rolle der heißen Geliebten sehr gut leben. Und der Sex ist ja wirklich nicht ohne, ein richtiggehend kafkaeskes Erlebnis. Das hat sie aus dem Großstadtneurotiker, aber wenn Woody Allen das sagt, muss es ja zutreffen. Eve lehnt ihren Kopf an die kahle Wand und schließt die Augen. Sie erschrickt und öffnet sie wieder, als sie in nächster Nähe Lanes Stimme wahrnimmt. Diese steigt die Treppe herauf und schleppt einen riesigen Koffer sowie einen Blumentopf samt Hortensie vor sich her. "Lane?!" "Eve, sei keine Ölgötze und hilf mir mal, das Teil ist sauschwer!" "Was willst du denn bitte mit einem lebendigen Wesen anfangen, es ist doch schon ein kleines Wunder, dass du selber noch nicht verreckt bist!", brüllt Eve in Anbetracht der Pflanze widerwillig nach unten, über die Ballustrade gelehnt. Dennoch geht sie Lane entgegen und zusammen hieven sie das Koffermonstrum vor die Wohnungstür, die Hortensie obenauf. "Wie hast du es damit überhaupt so weit geschafft? Etwa auf den Gepäckträger geklemmt?", giftet Eve. "Gegenfrage: was hockst du hier draußen in der Kälte ohne ersichtlichen Grund?" "Ausgesperrt", erwidert Eve kleinlaut, "Marley ist beim Fußball. Oder Hockey. Oder Tennis. Oder sonstwo, wo man elegant schwitzen und sich im Dreck wälzen kann, und wo dann deine sterblichen Überreste vom Boden gekratzt werden. Dass dieser Kerl so etwas Schwules wie Ökotrophologie studiert, kommt mir schon immer Spanisch vor, seine ganzen Kumpels sind doch widerliche Sportstudenten. Sehr mysteriös.", echauffiert sich Eve, während Lane längst aufgesperrt hat und den Koffer in die Küche geschleift hat. Gute Parties beginnen und enden immer in der Küche, denkt Eve, und läuft der Mitbewohnerin hinterher. "Wo hastn du das Zeug überhaupt her? Ich dachte, du wolltest feiern gehen." "War ich auch", stöhnt Lane und wirft sich dankbar auf einen Stuhl. "Aber gefeiert haben genau genommen nur meine Verwandten, allen voran meine Mutter. Ich war mal eben zum Kaffee da, weil mein Dad langsam alt wird; sprich: schnöde Geburtstagsfeier." "Ach ja, und das beinhaltet Blumen und Koffer?", fragt Eve und schleicht neugierig um das Gepäckstück. "An dieser Stelle kommt meine Mum ins Spiel. Das Töchterchen lebt schließlich mit zwei Junkies in der großen bösen Stadt und soll ihren Seelenfrieden durch verfickte Blumen wiederfinden. Und was in dem Koffer ist, weiß ich gar nicht genau, auf alle Fälle ein paar alte Sachen von mir." "Los, aufmachen!", wispert Eve mit leuchtenden Augen.
Currently playing: Clueso - Vergessen ist so leicht

Sonntag, 29. Oktober 2006

Aller Anfang ist schwer

Lane sitzt mit einem Schoß voll Wolle auf dem Flohmarktsofa. Es ist Sonntag, es ist nasskalt, kein Wunder, es regnet in Strömen. Sie braucht einen Schal, ganz dringend. Als ob sie keinen besäße. Aber Stricken in Anwesenheit von Hamlet ist nichts weiter als Sisyphosarbeit. Das Knäuel zuckt, Hamlet springt hinterher und zieht und trennt Masche um Masche, wobei das kreischende Rot der Wolle sich einen erbitterten Kampf mit seinem orangefarbenen Fell liefert. Rote Kater sind etwas Besonderes. Lane wirft dennoch entnervt das mit Nadeln gespickte Chaos nach ihm, springt auf und geht energisch in Richtung Küche. "Himmel, Arsch und Zwirn, man kann heutzutage nicht mal mehr in Ruhe seine Abartigkeit ausleben!", flucht sie laut vor sich hin. Am Küchentisch sitzt Marley, komplett von der Samstagsausgabe der Süddeutschen Zeitung verdeckt und apathisch die Ecke des Monats in sich hineinlöffelnd. Sternenknusper. Schmeckt nach Lebkuchenersatzstoffen und viel zu viel Zimt, denkt er sich, und würdigt Lane keines Blickes. Dafür Hamlet um so mehr, er ist Lane in die Küche gefolgt, nachdem sich die Wolle kampflos ergeben hat. Er streicht um Beine in zerschlissenen Jeans und hofft auf eine Extraportion, weil die Fadenjagd erfolgreich war und weil Sonntag ist, rote Kater haben die Wochentage im Urin. Seine grenzenlose Loyalität und Abhängigkeit wird jedoch unabsichtlich von spitzen Absätzen missachtet, beleidigt zieht Hamlet von dannen. Wollmäuse fangen. Lane reisst die Kühlschranktür an sich und späht argwöhnisch in die Kälte. Im Hintergrund läuft leise Green Tambourine von den Lemon Pipers. "Marley, du Hippie, hast du keine Zähne mehr oder warum ist du nichts als Brei?", zickt Lane in Anbetracht des übermäßigen Angebots an Joghurt und Pudding, Quark, Milchreis und Griesbrei. Marley ist in den Feuilletionteil vertieft und brummt Unverständliches. Lane nimmt dies als Rechtfertigung und zickt "Wo zur Hölle ist mein 0,1%-Joghurtbecher geblieben? Hast du dich an dem auch noch vergriffen? Du weißt genau, dass ich nichts anderes essen kann, bis ich in das verfluchte Kleid passe, du ignoranter Arsch. Und ich hasse Heidelbeeren!"; langsam wird sie laut. Langsam stört sie ihren Mitbewohner durch ihr Gekeife, sodass dieser endlich reagiert, die Knuspersterne herunterschluckt und ruhig sagt: "Tut mir Leid Lane, aber gestern Mittag war der verdammte Joghurt das Einzige, was noch im Kühlschrank stand. Den hab ich gegessen, bevor ich Einkaufen war. Und eigentlich bist du dran gewesen!" Lane verstummt und überlegt kurz. Er hat tatsächlich recht. Aber sie erwidert nichts, sondern setzt sich samt Marleys Himbeermilchreis erhobenen Hauptes zu ihm an den Tisch. Ein lautes Türenknallen lässt die beiden aufblicken, einen Moment später kommt Eve im Nachthemd in die Küche. "Eve, deine Haare sprechen Bände, du siehst ja aus wie frisch gevögelt!", wundert sich Marley, der seine Zeitung ordentlich gefaltet auf die Fensterbank gelegt hat und Eve amüsiert taxiert. Diese, sichtlich erstaunt über ihr Begrüßungskommitee, legt ihr zuckrigstes Lächeln auf und zieht einen Stuhl zu sich heran. "Hm. Ja, kann schon sein." "Ha, die Tür! Sag nicht, das war dieser Bon Jovi!", entrüstet sich Lane. Eve erwidert nichts, verdreht aber grinsend die Augen. "Nein, nicht etwa Ex-Geliebter Schnarchnase, oder?" Eve schüttelt ihren Kopf, woraufhin ihre Fickfrisur langsam gesellschaftsfähigere Züge annimmt. Sie ergreift das Wort: "Nee, Schätzchen, zweimal daneben, einen hast du noch. Aber du kommst eh nicht drauf, ich glaube nämlich nicht, dass du ihn kennst. In solchen Kreisen verkehrst du nicht." "Ach, darauf würde ich jetzt mal nicht meinen Arsch verwetten, aber los, erzähl, ich will alle schmutzigen Details." Marley nickt zustimmend und greift nach einem Vollkornkeks. Eve zeigt sich unbeeindruckt, während sie in ihrem dünnen Hemdchen zu frösteln beginnt, lässt sich aber zu einer Erklärung herab: "Leute, sagt was ihr wollt, aber ich bin dermaßen verknallt, das glaubt ihr mir nie. Er ist perfekt! Philosophiestudent, sehr sehr gutaussehend, einigermaßen liquide. Er vögelt wie ein junger Gott und flüstert mir dabei immer so schlaue Sachen von irgendeinem Platon ins Ohr. Nur..." "Puh, das ist ja besser als jeder Lottogewinn!", unterbricht sie Lane enthusiastisch. "Und warum stellst du uns deinen Mr. Perfect dann nicht vor, sondern schleust ihn heimlich in den Hausflur?", fragt Marley mit breitem Grinsen. Eve lächelt nicht mehr, sondern sagt ernst: "Weil ich ihm ein Zusammentreffen mit den beiden größten Freaks der ganzen Stadt noch für ein Weilchen ersparen wollte." Lane zieht ein beleidigtes Gesicht. "Pah, dann muss ich dir leider die Wahrheit sagen, Freundin, perfekte Männer gibt es nicht. Aber gut, was weiß ich schon, an mich traut sich ja seit Monaten keiner mehr ran." "Und was bin ich, Mylady?", scherzt Marley händetätschelnd. "Uargh, du bist so ziemlich das Gegenteil von einem Mann nach meinem Geschmack, du Pflanzi!", kichert Lane und springt auf, verkündet: "So, ich gehe jetzt feiern!" Die Tür fällt ins Schloss und Eve und Marley schauen sich verwirrt an. "Soll ich uns Tee machen?" "Gute Idee."
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