present perfect ♥ Besserwisserin ♥: Bekenntnisse eines Bloggers.


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Bekenntnisse eines Bloggers.

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Habt ihr euch je eure Statistik angesehen? Macht es nicht zu oft, es ist frustrierend. An manchen Tagen sind es viele, an manchen Tagen wenige, Leute aus Litauen, aus Frankreich und der Schweiz. An Tagen mit schlechten Posts sind es viele, an Tagen mit guten Einträgen sind es wenige. Aber warum schreibt man eigentlich ins Internet, was einen bewegt? Das gute alte Tagebuch in der Nachttischschublade wäre doch auch ein guter Aufbewahrungsort für unsere Gedanken. Ich muss zugeben, ich habe nie Tagebuch geschrieben. Ich hatte nie das Bedürfnis danach. Ich habe zwar zwei oder drei Versuche gestartet, aber nur, weil alle anderen Mädchen auch eines hatten. Mehr als zwei Einträge umfasst keines der Heftchen. Aber nun habe ich dieses Medium für mich entdeckt, das Weblog. Ich sitze stundenlang am Computer und tippe ellenlange Einträge. Wobei ich sagen muss, dass sie nicht unbedingt dem typischen Tagebuch-Stil entsprechen. Aber es macht mir Spaß, meine Erfahrungen und Gedanken mit dem potentiellen Rest der Welt zu teilen, jeder kann mich lesen. Vielleicht ist es die Möglichkeit der Kommentare und die Öffentlichkeit, die mich reizt. Die Möglichkeit, dass ich meine Gedanken verbreiten kann, dass man meine Einträge mag oder nicht mag, langweilig findet, ignoriert, liebt, bewegend findet, verabscheut, mich kritisiert, mich lobt und mir neue Ideen liefert. Um es kurz zu machen: was wir hier machen ist mentale Selbstbefriedigung (wenn auch nicht im sexuellen Sinn) und die Welt sieht zu. Und wenn wir kritisiert werden? Falls wir uns ein besonders böses Kommentar einfangen? Wie soll man reagieren? Ignorieren? Nun ja, die meiste Zeit über werden wir ignoriert, da sowohl konstruktive als auch destruktive Kritik rar ist. Dennoch sind die Leser, ja ihr, die dies gerade lest, Voyeure; sie lesen sich ein in einen Teil meines Lebens. Ein gegenseitiges Geben und Nehmen. Weblogs sind Reality-Fernsehen ohne Zensur und Bewegung, dennoch können sie den Leserunter Umständen bewegen. Man liest Blogs, um sich in ihnen wiederzufinden, um andere Menschen zu finden, denen es ähnlich geht, vielleicht auch nur, um sich von der Arbeit abzulenken und in der Mittagspause mal eben kurz das Leben anderer zu begutachten. Aber die meisten wollen soch mit anderen identifizieren um sich zu vergleichen, dies ist das beste Medium hierfür. Vielleicht fühlt man sich weniger allein, wenn man weiß, dass andere deine Gedanken teilen. Es entsteht eine Art Gemeinschaft und Zuhause, wenn man regelmäßige Leser hast. Blogger sind Beobachter des täglichen Lebens, sie schreiben von Dingen, die sie bewegen und die sie kennen, sie schreiben über Neues, über Fragen, sie suchen Unterstützung. Wer zur Hölle hat Blogging erfunden und warum machen es so viele? Auf der anderen Seite muss man sich für öffentliches Schreiben auch eine dicke Haut zugelegt haben, um mit Zweifel und Kritik umgehen zu können. 

Als Fazit komme ich jedoch nicht umhin zu sagen, dass ich in erster Linie für mich selbst schreibe. Meine Internetseite ist eine Sammlung dessen, was mir wichtig ist, eine Sammlung von Erinnerungen, Bildern, Gedanken, Ideen. Die Tatsache, dass so andere Einblick in mein Leben haben ist eigentlich nur ein Nebeneffekt. Ob positiv oder negativ bleibt dahingestellt.

 

sands am 6. Februar 2006 um 20:02
ein paar dinge, die mir dazu einfallen:
dinge aufzuschreiben hilft mir, meine gedanken zu sortieren. manchmal erkenne ich gewissen zusammenhänge sogar erst, nachdem oder während ich sie aufschreibe. das funktioniert ähnlich auch, wenn man es einem anderen erzählt, aber es nicht immer jemand da, dem man all seine gedanken und spontanen einfälle so erzählen kann, der auch zeit hat zuzuhören.
ein blog hat daher zwei vorteile: hört immer zu und es finden sich sogar leser, die hin und wieder noch eine anmerkung oder anregung dazu geben (anders als ein tagebuch).
ich hab ne zeit lang auch immer nen kleines büchlein mit mir rumgeschleppt um gedanken auch notieren zu können. ist aber (speziell im sommer) nicht gerade handlich und daher oft gerade dann nicht verfügbar, wenn man einen gedanken hat. ein weiterer vorteil eines blog: es ist an sehr vielen orten verfügbar und zugänglich.
mit anderen vergleichen - das brauch ich eigentlich nicht (mehr). die reaktionen (eher zu meinen arbeiten auf meiner hp) sind mir aber alles andere als egal. ich würd es auch "suche nach bestätigung" nennen.

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edgarredaktion am 7. Februar 2006 um 09:47
Morgen, ;-)
mich würde ja interessieren wieviele Besuche(nicht Seiten) wenige sind und wieviele Du als viel empfindest.
In meinem Falle ist das schreiben in den Blog einer meiner Jobs bei Edgar, was aber nicht heißt, dass ich es nicht aus Freude an der Sache mache. Ich liebe es zu schreiben und andere nach Möglichkeit damit zum Lachen (und sei es nur ein Grinsen) zu bringen.
MfG
Dennis

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[unbekannt] am 7. Februar 2006 um 17:12 ( Kommentar geändert)
Hey, da hast du auch noch einen Kommentar.
Das Grün hat übrigens echt Stil, aber ich steh im Moment eher auf etwas grellere Farben ;)
Ich hab übrigens auch noch nie Tagebuch geschrieben.(okay meine Oma hat mir mal ein geschenkt-3 Einträge- )
Ich hab übrigens schon einen Besucher aus "Hungary"

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besserwisserin am 7. Februar 2006 um 21:35
Ha, endlich mal eine Reaktion auf mein Dasein... Schön!
Sands: mir gehts es auch oft so, ich bin erstaunt, was mir schreiben bringt. Ich sehe es auch als Übung an für meinen Deutsch-LK, aber in erster Linie ist es für mich, wie gesagt. "Suche nach Bestätigung" ist meiner Meinung nach sehr treffend.
Dennis: ich habe keine Vorstellungen davon, was viel ict und was nicht. Ich denke, ich liege in der Kategorie wenig, zumal es sehr bekannte Blogger gibt, die es auf 20.000 Besucher pro Tag bringen (www.stephanieklein.blogs.com).
Wenn Schreiben dein Job ist, musst du es ja lieben. Sonst wärst du schließlich unglücklich... Aber ich mag deinen Stil, du hast tolle Ideen und schreibt ungemein humorvoll.
Ausrufezeichen: nichts geht über grün... ;)

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besserwisserin am 7. Februar 2006 um 21:43
Übrigens: neben Frankreich, der Schweiz und Österreich haben sich jetzt auch Japan, Kanada und Belgien zu meiner Liste addiert... Gruslig. Können die überhaupt Deutsch?

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besserwisserin am 8. Februar 2006 um 18:16
Heute neu: Italien...

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