Geht es nur mir so oder kennen dieses Gefühl auch andere: man kommt zurück von einer Reise, ein einmaliges Erlebnis, aus welchen Gründen auch immer. Aber kaum ist man zu Hause, wünscht man sich, man könnte sich an mehr erinnern. Mein Kopf fühlt sich total leer an, wenn ich versuche, mich zu erinnern. Aber seltsamerweise fallen einem nach und nach, zu absurden Anlässen, Details der Erlebnisse wieder ein. Dennoch ist die Erinnerung lückenhaft und vergesslich, das Gefühl von damals kann man nicht wieder rekonstruieren. Man wünscht sich sehnlichst, sich an mehr zu erinnern, das großartige Empfinden von damals zurückzuholen. Was einem bleibt, sind Splitter, Bruchstücke der Vergangenheit, die so schwer zusammensetzbar sind wie ein 100-Teile-Puzzle. Ebenso frustrierend ist, dass man mit seinen Erinnerungen ganz allein ist, da keiner die Erfahrung mit einem teilt. Wenn man nicht alleine gereist ist, kann man zumindest noch Anekdoten anbringen und kleine Insider-Erinnerungen hervorrufen, aber mehr auch nicht. Das Gefühl bleibt verloren. Auch Bilder und Photographien sind eher hinderlich als nützlich: Das Gebäude hat wirklich so ausgesehen? Das habe ich nie so wahrgenommen. Hatte ich meine Augen überhaupt geöffnet? Warum geht mir die Erinnerung verloren? Warum habe ich kein Photo von dem gemacht, was wirklich wichtig war, sondern nur die Sehenswürdigkeiten abgelichtet, die so in jedem Reiseführer zu sehen sind? Man vergisst das Ambiente, die Impression, man bedauert, dass man sich so wenig Zeit genommen hat, um sich hinzusetzen, die Stadt oder die Landschaft in sich aufzunehmen und Menschen zu beobachten. Eigentlich ist das Einzige, was eine Reise auslöst, Fernweh und Sehnsucht, um zu realisieren: Habe ich das schon einmal gesehen? Wie war das noch gleich? Ich muss das Ausgelassene vervollständigen. Ich will sofort wieder hinfahren...










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"Warum geht mir die Erinnerung verloren? Warum habe ich kein Photo von dem gemacht, was wirklich wichtig war, sondern nur die Sehenswürdigkeiten abgelichtet, die so in jedem Reiseführer zu sehen sind?"
Weil das auch nichts hilft. Photos lügen. Wenn man sich auf sie verlässt, dann erinnert man sich sehr bald nur noch an dass, was man photographiert hat und an nichts anderes mehr.
Ein Reisetagebuch hat da erheblich mehr Aufbewahrungseffekt - dafür muß man aber eben sich auch jeden Tag die Zeit nehmen, und das Journal führen...